Freitag, 14. Oktober 2016

Scharfe Schoten - Chili, Paprika & Co.

Jedes Jahr probiere ich trotz beschränktem Platz neue Sorten oder Anbaumethoden aus. Dieses Jahr habe ich neben neuen Tomaten- und Basilikumsorten die Chili-Sorte 'Habanero Fatalii' in einem kleinen Kübel neben der Terrasse angebaut.

Chilisorte 'Habanero Fatalii' im Kübel
Chilianbau

Da ich zu spät mit der eigenen Anzucht war, habe ich dieses Jahr eine Chili-Jungpflanze im Online-Shop gekauft. Die mit der Post gelieferte Pflanze war nicht optimal entwickelt, sie war zu klein und ihre Blätter hatten Verformungen und Verfärbungen - möglicherweise wegen zu kühlem Stand oder ungeeigneter Behandlung in der Jungpflanzenphase. Aber da das Wetter nun gut war und meine Terrasse sonnig und warm ist, hat sie sich bald erholt. Pflege brauchte sie nicht viel: Ich düngte sie mit einem pflanzlichen organischen Dünger ("Veggi-Dünger") und goss sie nach Bedarf mit der Gießkanne.

Zuerst nahm die Pflanze ihr Wachstum auf (endgültige Höhe 40-50 cm - weniger als halb so groß wie beschrieben), dann bildete sie kleine, weiße Blüten und endlich grüne, leicht genörpelte Schoten, die gut versteckt unter dem kleinen Blätterdach heranwuchsen. Erst Ende August/Anfang September begannen die Früchte die Reifefarbe auszubilden - in diesem Fall ist sie Gelb, weshalb die Sorte auch 'Fatalii Yellow' genannt wird.

Wegen des kühler werdenden Wetters werde ich die Pflanze wohl demnächst abräumen müssen: Von meiner Pflanze werde ich etwa 20 bis 25 Früchte ernten und anschließend trocknen. Wegen ihrer Schärfe müsste ich monatelang mit diesem Chili-Vorrat auskommen.

Botanisches
Alle Paprika, Peperoni und Chili sind Nachtschattengewächse (Familie Solanaceae) und gehören zur Gattung Capsicum, allgemein auch als Paprika-Gattung bezeichnet - wobei Paprika hier für alle scharfen und weniger scharfen Arten und Sorten steht. 'Habanero Fatalii' gehört zu der Art Capsicum chinense. In dieser Art sind neben wenigen milden auch die schärfsten Chilisorten der Welt wie 'Carolina Reaper', 'Trinidad Moruga Scorpion' und 'Bhut Jolokia', die Habanero-Typen und auch die beliebten karibischen Scotch-Bonnet-Typen enthalten.

Chilifrüchte sind botanisch gesehen übrigens keine Schoten, sondern Beeren. Kochen ändert nichts an der Schärfe, ihr fruchtiges Aroma und die Vitamine bleiben aber am besten bei roher, schonender Verarbeitung erhalten.

Scharf, schärfer, am schärfsten

'Habanero Fatalii' hat den Schärfegrad 10. Schärfegrad 10 ist die höchste Schärfestufe, obwohl es noch wesentlich schärfere als 'Habanero Fatalii' und andere Habanero-Typen gibt, die haben dann ein oder mehrere "+" als Zusatz zur Schärfestufe - beispielsweise hat die Sorte 'Carolina Reaper' den Schärfegrad 10+++ und gilt derzeit als die schärfste Chilisorte der Welt.

Laut Literatur besitzt das Fruchtfleisch von 'Habanero Fatalii' ein Zitrusaroma. Ich glaube das zwar bereitwillig, allerdings kann ich es nicht nachvollziehen, denn wegen der Schärfe kann ich als Normalsterbliche höchstens vorsichtig am Finger lecken, nachdem ich ein Fruchtstückchen kurz berührt habe und dann spüre ich vor allem Schärfe und mein Geschmackssinn sagt gar nichts mehr.



Schärfetricks: die Chili-Schärfe beherrschen

Die Schärfe von Chili wird durch den Schärfestoff Capsaicin verursacht.

Man sollte bei der Zubereitung extrem scharfer Schoten vorsichtig sein und auch Kinder und Besucher unbedingt davon abhalten, aus Neugierde in eine Frucht zu beißen. Wer meint, eine Chilifrucht mit Schärfestufe 10+++ pur zu essen, sollte sich auf Symptome wie Kreislaufzusammenbruch, Atemnot und Erbrechen einstellen und die Nummer des Notarztes in der Direktwahl haben.

Chili-Unerfahrene ziehen bei der Verarbeitung von extrem scharfen Schoten am besten Gummihandschuhe an und setzen eine Brille auf. Auf keinen Fall sollte man sich an die Augen oder Schleimhäute fassen. Nach der Verarbeitung sollten Brettchen, Werkzeuge und sicherheitshalber auch die Hände sehr gründlich gereinigt werden.

So appetitlich und verlockend sie auch ausschauen: Die Früchte
von 'Habanero Fatalii' müssen mit Vorsicht genossen werden.
Um die Schärfe zu reduzieren, entfernt man die Samen und Zwischenwände der Chilischoten. Falls ein Chili-Gericht doch mal zu scharf wird, kann man es je nach Rezept mit Gemüse, Brühe sowie Nudeln oder Reis strecken.

Hat man versehentlich in eine zu scharfe Frucht oder ein Fruchtstückchen gebissen, hilft am besten Fetthaltiges wie (Toastbrot mit) Nutella oder Mascarpone. Kalte Milch oder Wasser neutralisieren die Schärfe des Capsaicins nicht, sie lindern den Schmerz nur im Moment des Kontakts.

Schnelles Lieblings-Chili-Rezept

Dies ist mein Chili-Gemüse-Rezept mit Nudeln/Pasta und Schafskäse. Achtung: Die Kombination aus scharfem Chili, Knoblauch und Nudeln wirkt sehr entspannend. Danach braucht man ein Ruhepäuschen oder einen Mittagsschlaf.

Zutaten für 2 - 3 Personen

1 große Gemüsepaprikaschote
1/2 große Zucchini
1/2 große Aubergine
3 bis 4 mittelgroße Tomaten oder ersatzweise stückige Tomaten aus der Dose
2 Zehen Knoblauch
1-2 gehackte Frühlingszwiebeln
1 Stück Chili 'Habanero Fatalii', etwa die Größe eines Fingernagels, ohne Samen und Scheidewände
100 g guter Schafskäse (am besten Salakis natur)
2 Prisen Zucker
Salz und Pfeffer
3-4 EL Olivenöl
350 g rohe Fussili oder andere Nudeln

Zubereitung:
  • Topf mit Salzwasser für die Fussili aufsetzen. 
  • Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne erwärmen, 
  • während dessen Aubergine erst der Länge nach in grobe Stücke und diese dann in kleine, dünne Scheiben schneiden. 
  • Auberginenscheiben in die Pfanne geben. 
  • Sobald das Wasser kocht, die Fussili hinein geben und die Herdplatte herunterschalten. 
  • Paprikaschote in kleine Streifen oder Stücke schneiden und in die Pfanne zu den Auberginen geben. 
  • Zucchini klein schneiden und ebenfalls zum Gemüse geben. 
  • Die zwei Prisen Zucker über das Gemüse streuen.
  • Gemüse unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze braten. 
  • Während dessen die Tomaten in kleine Stücke schneiden, den Knoblauch hacken und die Frühlingszwiebeln in Röllchen schneiden. 
  • Die Tomaten zum Gemüse in die Pfanne geben, dann - mit ein paar Minuten Abstand - Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Schafskäse.
  • Wenn die Fussili gar sind, werden sie in ein Sieb geschüttet und beiseite gestellt.
  • Während das Gemüse weiterdünstet, den Chili vorsichtig ganz fein hacken. 
  • Die Herdplatte abschalten und den Chili unter das Gemüse mischen. 
  • Auch die Fusilii kann man nun in die Pfanne geben. Sorgfältig umrühren und alles noch eine Minute oder zwei durchziehen lassen. 
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Servieren.
Mit einem großen gemischten Salat dazu kann man im Sommer mit diesem Gericht auch 3 - 4 Personen satt bekommen.

Mein Fazit zu 'Habanero Fatalii':

Die Sorte eignet sich sehr gut für den Anbau im kleinen Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse und im Essen tun die Schoten auch, was sie sollen.

Buchtipp zu Chili, Paprika & Co.:


Chili, Paprika & Co.*
Eva Schumann
Ulmer Verlag

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Freitag, 16. September 2016

Chili und Paprika - Gemüse des Jahres 2015/2016

Chili, Paprika und ihre Verwandten zeigen im Spätsommer und Herbst ihre schön glänzenden Früchte in leuchtenden Farben. Es gibt sie in vielen Arten und Sorten - von mild und saftig, über würzig pikant bis fruchtig und höllisch scharf.


Chili und Paprika wurden vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum "Gemüse des Jahres 2015/2016" in Deutschland ernannt. Damit soll auf die besondere gemeinsame Kulturleistung aufmerksam gemacht werden. Aus den fünf wichtigsten Arten der Gattung Capsicum wurden nämlich Tausende ganz unterschiedliche Sorten entwickelt. Begonnen haben damit schon vor Tausenden von Jahren die Ureinwohner Mittel- und Südamerikas; seit Kolumbus die neue Welt "entdeckt" hat und die scharfen Früchte ihren Weg in fast alle Küchen gefunden haben, wird die Züchtung weltweit fortgesetzt.

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Dienstag, 13. September 2016

Schnexagon - neues, giftfreies Mittel gegen Schnecken


Gefräßige Nacktschnecke an Kohlgewächs
Schnecken gehören zu den wichtigsten Schädlingen im Garten. Sie regelmäßig abzusammeln, macht viel Arbeit. Mit dem neuen Schnexagon-Anstrich kann man Hochbeet- und Topfwände sowie Beetumrandungen zu unüberwindbaren Hindernissen machen.

Wenn am Morgen die gestern gepflanzten Salatpflänzchen verschwunden sind, von den Radieschen nur noch die Stümpfe stehen oder der junge Austrieb von Purpursonnenhut angefressen ist, waren meist Nacktschnecken die Übeltäter. Viele Pflanzenarten stehen auf ihrem Speiseplan: junge und teilweise ältere Gemüsepflanzen, Sonnenblumen und andere einjährige Blumen, Staudenaustrieb und viele andere. Oft fragt man sich, wer so viel in einer Nacht fressen konnte. Schnecken verraten sich meist durch Schleimspuren an den traurigen Pflanzenresten oder auf der Erde in unmittelbarer Nähe. Dreht man ein paar Erdklümpchen, Holzlatten, Steine oder am Boden aufliegende Blätter in der Nähe um, findet man sie dort meist in ihren vor Trockenheit schützenden Verstecken. Die vielen Möglichkeiten, die man zur Bekämpfung von Schnecken im Garten hat, sind  bei Schnecken - was tun (gartenprobleme.de)  genannt.

Schnexagon*: neues Mittel gegen Schnecken
Schnexagon ist ein neuer, ökologischer Antihaft-Schutzanstrich gegen Schnecken, entwickelt von der Firma Solvoluta, einem jungen Start-up-Unternehmen.

Wird Schnexagon auf senkrechte Flächen etwas oberhalb des Bodens etwa 10 cm breit aufgepinselt, wird die Fläche für Schnecken unüberwindbar: Sie rutschen einfach ab. 

Schnexagon eignet sich besonders dafür, Schnecken von den Pflanzen in Hochbeeten oder von Pflanzen im Kübel fernzuhalten. Aber genauso kann man auch Beete umranden und dann die Umrandung mit einem Schutzanstrich versehen.

Der Anstrich soll mindestens 4 Wochen lang halten. Es wird empfohlen, ihn alle 6 Wochen zu erneuern.

* In Baumärkten wird der giftfreie Schutzanstrich meist unter dem Namen Lugato Schnexagon verkauft - der Inhalt ist meines Wissens der gleiche.