Montag, 31. Oktober 2011

Halloween - Kürbiskuchen-Rezept (fettarm)

Happy Halloween!

Bald ist es soweit - wie immer kann man am 31. Oktober dem gepflegten Grusel frönen.

Das heutige Halloween ist auf über 5.000 Jahre alte Bräuche der heidnischen Kelten zurückzuführen, die in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. Januar die Seelen der im Laufe des Jahres Verstorbenen verabschiedeten. 

Halloween wurde vor allem in Irland gefeiert, bis irische Einwanderer die Bräuche im 19. Jahrhundert mit in ihre neue Heimat, die USA, nahmen, wo sich Halloween zu einem der wichtigsten und spaßigsten Feste des Jahres entwickelte.

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Passend zum Spaßtag:
Mein Halloween-Kinderkrimi
In den letzten Jahren hat sich Halloween auch bei uns in Deutschland verbreitet und so zieren auch bei uns mehr oder weniger kunstvoll geschnitzte Kürbisköpfe die Vorgärten und ziehen am Halloween Abend schaurig verkleidete Kinder von Haus zu Haus, die uns mit "Trick or Treat" (Süßes oder Saures) bedrohen.

Wer noch ein schnelles Kürbiskuchen-Rezept benötigt, das nicht zu kalorienreich ist, hier ist es:

Schlanker" Kürbiskuchen - lecker nicht nur zu Halloween

für eine Kastenform von 25 cm 
3 Eier
150 g Honig
1 Prise Salz
je 1 Prise Muskat und Pfeffer
1 TL Zimt
200 g Kürbisfleisch
100 g gemahlene Haselnüsse
150 g Mehl
1/2 TL Backpulver
Fett für die Form
Puderzucker zum Bestäuben oder Glasur und Halloween-Motive aus Schokolade o. ä. zum Verzieren.

Zubereitung

Eier trennen, Eigelbe mit dem Honig cremig rühren, Gewürze hinzufügen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Währenddessen den Kürbis fein raspeln und mit Mehl und Eigelb-/Honig-Masse mischen.

Die Eiweiße sehr steif schlagen und gleichmäßig unter die Masse heben.

Die Kastenform einfetten, den Teig einfüllen und ca. 1 Stunde auf mittlerer Schiene backen.

Kuchen auskühlen lassen, stürzen, vor dem Servieren ev. mit Puderzucker (Schablonen mit Halloween-Motiven auflegen) bestäuben oder anders verzieren.

Happy Halloween!

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Montag, 24. Oktober 2011

Erprobt: Leben ohne Kühlschrank

gruenduengung-vgwortVor ca. einem Jahr ging mein Kühlschrank kaputt und seitdem lebe ich ohne! Dabei hatte ich mir sogar schon einen neuen ausgesucht - natürlich einen mit mehreren Sternen, der Umwelt zuliebe. Doch dann hatte ich eine andere Idee: Warum nutze ich den defekten (aber noch ganz ansehnlichen) Kühlschrank nicht einfach mal eine Weile als Schrank ohne "Kühl" und sehe, wie ich zurecht komme?

Mein Ding für die Umwelt?
Viele Leute suchen nach Möglichkeiten, etwas für die Umwelt zu tun - die einen leben vegan oder vegetarisch, damit weniger Kühe pupsen und um ein Zeichen gegen Massentierhaltung zu setzen (mein Ding in den 1990ern), andere arbeiten in Umweltberufen (Biologischer Pflanzenschutz - mein Ding in den 1980ern), fahren nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder geteilten Fahrzeugen (1980er und 1990er) oder fahren nur mit dem Fahrrad in den Urlaub (ne, da fahr ich lieber gar nicht). Es gibt sogar engagierte Menschen, die Brauchbares aus Mülleimern sammeln, um sich gegen die Verschwendung in unserer Gesellschaft zu positionieren.

Ich bin in Sachen Öko derzeit absolut kein Vorbild: Ich fahre Auto, der Computer läuft ca. 18 Stunden am Tag, teilweise gleichzeitig auch der Fernseher, gelegentlich spiele ich Golf und ich habe viel zu viele Schuhe. Da schien mir der Verzicht auf den Kühlschrank nur fair.

Tatsächlich habe ich, seit ich ohne Kühlschrank lebe, weniger Abfall, denn ich kaufe kleine Mengen gezielt und zeitnah zum Verzehr und auch weniger industriell verpackte Lebensmittel aus dem Supermarkt ein, da ich verstärkt Geschäfte und Gemüsestände in der näheren Umgebung nutze. Meinem Eindruck nach gebe ich aber nicht mehr aus als vorher, da ich so gut wie nie etwas wegwerfen muss.

Fazit
Nach einem Jahr kann ich sagen: Leben ohne Kühlschrank geht und es tut auch gar nicht weh - zumindest nicht, wenn man, wie ich, niemanden mitversorgen muss, von zu Hause aus arbeitet und wenn man Bäcker, Metzger, Ökomarkt und Gemüsestand weniger als einen Kilometer entfernt zur Verfügung hat. Im Gegenteil, ich genieße das Leben ohne Kühlschrank: Das Einkaufen zwingt mich, den Schreibtisch wenigstens ab und zu mal zu verlassen - und ich mach sogar Umwege, damit sich der Fußmarsch lohnt. So starte ich auch in den nächsten Winter ohne den Stromfresser Kühlschrank.

Nachtrag: Erst am 4.4.2013 beendete ich mein Kühlschrank-Experiment, siehe Der Kühlschrank - treues Familienmitglied oder böser Stromfresser?

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Freitag, 7. Oktober 2011

Frischen Schnittlauch im Winter ernten

Schnittlauch treiben auf der Fensterbank oder im Gewächshaus


Im Winter macht es besonders Freude, selbst zu ernten und das Erntegut dann zuzubereiten oder zum Würzen zu verwenden. Wer Schnittlauch im Garten oder im Topf (Topfgarten) angebaut hat, kann dank der Schnittlauchtreiberei auch zu Weihnachten oder später frischen Schnittlauch ernten.

Frischer Schnittlauch macht aus dem einfachen Butterbrot ein Schnittlauchbrot und aus dem Rührei ein feines Kräuteromelett. Dazu liefert er Vitamin C, Carotin, Eisen und Calcium - und dank des enthaltenen Lauchöls auch viel würzigen Geschmack.

Schnittlauch treiben - das Prinzip


Bei der Schnittlauch-Treiberei werden gut entwickelte Schnittlauchballen (Schnittlauchbulben) durch eine Temperatur-/Wasserbehandlung und anschließendem warmen Aufstellen im Winter zum Treiben angeregt.

Allerdings sollte der dazu verwendete Schnittlauch in der zweiten Gartensaison-Hälfte nicht mehr geerntet worden sein, damit er einen Nährstoffvorrat in den Bulben anlegen und genug Kraft für den Austrieb sammeln konnte.

Schnittlauch treiben für Weihnachten


Mitte/Ende September werden Schnittlauchballen im Garten ausgegraben und irgendwo draußen völlig trocken aufbewahrt (z. B. unter einem Vordach). Mitte/Ende November werden die Ballen hervorgeholt, die vergilbten Halme entfernt und die Wurzeln eingekürzt. Anschließend werden die Schnittlauchballen 12 Stunden lang in warmes Wasser (35 bis knapp 40 Grad Celsius) gelegt und dann in Töpfe gepflanzt. Diese Schnittlauchtöpfe kann man dann an einem hellen Platz bei Zimmertemperatur (20 Grad ist optimal) aufstellen - auf der Küchenfensterbank oder in einem warm beheizten Gewächshaus. Der Ballen muss nur gleichmäßig feucht (nicht nass!) gehalten werden und bald beginnt der Schnittlauch zu treiben.

Schnittlauch treiben für die Ernte ab Januar


Soll der Schnittlauch erst ab Januar erntereif sein, müssen die Ballen erst Ende Oktober/Anfang November ausgegraben werden - vor Frostbeginn. Dieser Schnittlauch wird gleich geputzt (gelbe Halme entfernen, Wurzeln einkürzen) und zunächst draußen gelagert - dabei macht es nichts aus, wenn er gefriert, im Gegenteil, das macht ihn treibfähig. Zum Treiben werden die Ballen dann 12 Stunden lang in warmes Wasser (35 bis knapp 40 Grad Celsius) gelegt und anschließend in Töpfe gepflanzt. Je länger der Schnittlauch draußen Kälte aushalten musste, desto kürzer kann die Warmwasser-Behandlung zum Anregen des Treibens sein. Die Schnittlauchtöpfe werden anschließend an einem hellen Platz bei Zimmertemperatur aufgestellt. Damit nicht alle Schnittlauchtöpfe gleichzeitig erntereif sind, kann man wöchentlich oder alle zwei Wochen einen Schnittlauchballen dieser Behandlung unterziehen. So kann man fortlaufend ernten und genießen.

Die beiden Treibverfahren habe ich während meines Studiums mit Praktikum im Gemüsebau in Weihenstephan kennengelernt - ich erinnere mich noch gut an den würzigen Lauchgeruch und an die dampfenden Schnittlauchballen nach der Warmwasserbehandlung. Der damalige Betriebsleiter des Instituts für Gemüsebau, Ernst Niller, beschrieb diese Verfahren auch in seinem Buch "Der grosse und der kleine Gemüsegarten" (1990).

Sonntag, 25. September 2011

Gründüngung im Herbst

Die Gründüngung ist eine Maßnahme, die ganzjährig genutzt werden kann, doch im Herbst hat sie eine besondere Bedeutung, weil sie den Boden während des Herbstes und Winter vor Auswaschung und Verschlemmung schützt.

Gründüngung - warum?


Die Gründüngung ist eine wichtige Methode zur Bodenverbesserung, die vorwiegend in der Landwirtschaft und im Gemüsegarten angewendet wird. Pflanzen werden ausgesät und später in den Boden eingearbeitet. Man will mit der Gründüngung mehrere Ziele erreichen:
  • den Boden schützen
    Der Boden soll vor Auswaschungen und Verschlemmungen geschützt werden.
  • den Boden lockern
    Die Pflanzenwurzeln gehen in einem verzweigten Netz in die Tiefe und lockern den Boden vor allem physikalisch.
  • organische Substanz in den Boden bringen
    Die eingebrachte organische Substanz bringt Struktur und Luft in den Boden.
  • Bodenleben fördern
    Die organische Substanz ist Futter für die Kleinlebewesen im Boden. Erst das Bodenleben schafft die Krümelstruktur (z. B. durch die Tätigkeit der Regenwürmer).
  • Bodenfruchtbarkeit erhöhen
    Die Gründüngung schafft einen besseren Vorfruchtwert (Struktur, Nährstoffreserve).
  • Überschüssige Nährstoffe in Pflanzen binden
    Nährstoffe werden von den Pflanzen aufgenommen und in den Pflanzen gebunden, so dass sie im Winter nicht ausgeschwemmt werden.

Gründüngungspflanzen


Die wichtigsten Gründüngungsppflanzen sind Ackerbohnen, Bitterlupine, Buchweizen, Dinkel, Feldsalat, Flachs, Hafer, Inkarnatklee, Luzerne, Bienenfreund und Winterwicke.

Doch nicht alle Gründüngungspflanzen sind für die Herbstaussaat geeignet.

Gründüngungspflanzen für den Herbst


Gründüngung
Für den Herbst geeignete Gründüngungspflanzen sind beispielsweise:

  • Bitterlupine, Blaue Lupine (Aussaat bis Anfang September)
  • Feldsalat (Aussaat bis Ende Sept./Anfang Oktober)
  • Spinat (Aussaat bis Mitte September - Vliesabdeckung bei Kahlfrösten)
  • Winterwicke (Aussaat bis Ende Sept./Anfang Oktober)
  • Dinkel (Aussaat November bis Dezember)
Theoretisch können auch Ölrettich und Gelbsenf im September ausgesät werden, doch gehören beide zu den Kreuzblütengewächsen und sollten nur auf Beeten angebaut werden, auf denen keine anderen Kreuzblütler (Kohl, Rettich, Radies, Kohlrabi, Rauke etc.) angebaut wurden und/oder werden sollen, weil sich sonst Kohlkrankheiten ausbreiten können.

Gründüngung und Fruchtfolge


Auch sollte man im Auge haben, welche gut in die Fruchtfolge passen - die soll ja bekanntlich abwechslungsreich sein: Man nimmt Pflanzen aus anderen Pflanzenfamilien als die der Vorfrucht oder Nachfrucht.

Mehr Details (Aussaatzeiten, Aussaatmengen) zu -> Gründüngung und Gründüngungspflanzen

Donnerstag, 22. September 2011

Gartenjahr 2011 im Rückblick

gartenjahr-vgwort
Zwar ist das Gartenjahr noch nicht vorbei, aber ich ziehe schon mal eine spätsommerliche/frühherbstliche Zwischenbilanz für das Gartenjahr 2011, bevor ich die Einzelheiten vergessen habe.
  • Die Wildkrokusse im Rasen vor meiner Terrasse waren wie immer die ersten und heiß ersehnten Frühlingsboten des Gartenjahrs. Bald folgten ihnen Narzissen und Traubenhyazinthen am Terrassenrand. (-> Blumenzwiebeln pflanzen).
    Gartenjahr 2011 - die Kräuter dominierten
    auf der Terrasse und im Essen
    
  • Später pflanzte ich Blumen, Kräuter und Gemüse überall, wo ich Platz fand:
  • Die Kräuter in meinem Topfgarten entwickelten sich sehr gut. Der Schnittlauch vom letzten Jahr hatte sich selbst in einen daneben stehenden Topf ausgesät und wurde im Laufe des Sommers schön buschig.
  • Petersilie, Salbei, Thymian und Basilikum habe ich dieses Mal im Supermarkt gekauft - ich hatte das Glück, dass ich gerade dort war, als frisch geliefert wurde, und dass dann das Wetter während der Anwachsphase freundlich, aber nicht zu heiß war. Auch später hat den Pflanzen anscheinend das Klima auf der Terrasse gepasst: Die Kräuter wurden so üppig, dass ich immer wieder dazu verführt wurde, viel zu viel davon ans Essen zu geben, was dann manchmal zu etwas merkwürdigen Geschmackserlebnissen führte.
  • Die Jumbo-Peperoni 'Orias' F1, die ich dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert habe, entwickelten sich auch sehr gut in ihrem Topf. Sie wurde etwa 60 cm hoch. Die Früchte waren überwiegend länglich und gebogen, jede anders geformt. In feine Würfelchen oder Streifchen geschnitten, gaben sie manchem meiner Gemüsegerichte Würze und ziemlich viel Schärfe.
  • Die Buschtomate 'Totem' blieb wie erwartet sehr klein - sie war im Tontopf sehr gut aufgehoben und brachte einige schöne Früchte hervor. Sogar jetzt hängt noch eine gesunde Tomatenfrucht an der nicht mehr allzu ansehnlichen Pflanze, die jedoch bis heute keine Symptome von Kraut- und Braunfäule hat. Vom Geschmack her würde ich die Sorte eher unter "langweilig" einsortieren, doch für einen Topfgarten oder im Balkonkasten ist sie eine nette Bereicherung.
  • 
    Gartenjahr 2011 - die Buschtomate 'Totem' -
    klein, aber ohne Kraut- und Braunfäule
    
  • Wie jedes Jahr hatte ich bei der Schwarzäugigen Susanne Zweifel, dass sie das vorgesehene Rankgitter ausfüllen würde, aber wie jedes Jahr hat sie dann am Ende alles überwuchert.
  • Gewitterstürme haben meine Töpfe mehrmals durcheinander gewirbelt. Der hochgewachsene Topinambur fiel bei einem mitsamt dem großen Keramikkübel um. Trotz anschließendem Hegen und Pflegen begannen die Pflanzen zu welken und haben sich nie mehr erholt. 
  • Die Rose im Kübel war wie schon im Vorjahr eine große Freude - sie blühte zwei Mal sehr üppig.
  • Der Chili "Feuerküsschen" hat sich jetzt im September noch einmal richtig aufgebrezelt - zwischen den zahlreichen roten und schwarzen Früchten tauchten plötzlich viele lilafarbene Blüten auf.
Webseiten mit Garten-Informationen habe ich ja schon seit Ende der 1990er Jahre, zuerst nur mit einem Garten-Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen Hobbygärtnern, inzwischen auch mit einer Gartenseite bei Facebook. Dieses Jahr kam nun auch dieser Gartenblog hinzu und ich muss sagen: Das Gartenbloggen macht mir großen Spaß! Ich habe mich natürlich auch in anderen Gartenblogs umgeschaut. Hier ein sehr nettes Beispiel: Das wilde Gartenblog.

Worauf ich mich in diesem Gartenjahr noch freue:
  • Auf einen hoffentlich herrlichen goldenen Oktober (-> Gartenkalender)
  • Auf das Gartenbuch, dass ich vom Ulmer Verlag demnächst für eine Rezension zugeschickt bekomme.
  • Halloween kommt mit Riesenschritten und damit die Zeit der Kürbiskuchen, geschnitzter Kürbiskunst und Kinder mit Halloween-Masken.
  • Ich hoffe auf viele Garten- und Pflanzenfragen und -Austausch im Garten-Forum von Gartensaison.de
  • Wer den Sommer mit wunderschönen Blumenbildern, Fototapeten in den Herbst und Winter hinüberretten möchte, findet Beispiele und Artikel bei Nature to Print.
Doch noch ist das Gartenjahr nicht zu Ende und es gibt noch viel zu tun - zum Beispiel die Gründüngung im Herbst!

Montag, 12. September 2011

Blumenzwiebeln pflanzen

Blumenzwiebeln pflanzen: Frühblühende Wildtulpen
gedeihen auch im kurzen Rasen
Wer sich im Spätwinter an Krokussen, Schneeglöckchen und Winterlingen und im Frühjahr an Tulpen, Narzissen und Hyazinthen erfreuen möchte, der muss jetzt fleißig werden - denn von September bis zum Winter ist Blumenzwiebelpflanz-
zeit für diese Frühlingsboten bzw. Frühlingsblüher.

Man teilt die Blumenzwiebeln zwar nach ihrer Blütezeit ein, aber wann sie dann tatsächlich blühen, hängt vom Standort und vom Wetterverlauf im Frühjahr ab. In warmen Jahren vergehen die Blütezeiten wie im Zeitraffer und die Sorten geben sich die Klinke in die Hand, in anderen Jahren kann man die einzelnen Phasen und Blütezeiten länger genießen.

Blumenzwiebeln kann man man zwar auch in Baumärkten und Supermärkten kaufen, doch mehr Auswahl an Arten und Sorten hat man im Gartenfachgeschäft und Gartencenter.

Blumenzwiebeln, die im Spätwinter (ab Februar) blühen - Frühblüher

Schneeglöckchen Galanthus nivalis, Galanthus elwesii
Schneestolz Chionodoxa luciliae
Winterling Eranthis hyemalis
Alpenveilchen Cyclamen ssp.
frühe Krokusse/Wildkrokusse Crocus ssp.
Zwergnarzissen und Narzissen-Wildformen Narcissus bulbocodium und andere

Diese Blumenzwiebelpflanzen gedeihen gut in Steingärten, unter laubabwerfenden Bäumen und im kurzen Rasen. Die Cyclamen mögen lichten Schatten. Wichtig ist allen ein durchlässiger Boden.
Auch von Narzissen gibt es früher und später blühende Arten und Sorten

Blumenzwiebeln für den Frühling (ab ca. März)

Blaustern Scilla bifolia u. a.
Krokusse - Gartensorten, großblumige Sorten
Narzissen Narcissus ssp.
Märzenbecher Leuconum vernum 
Traubenhyazinthen Muscari botryoides 
Tulpen - Wildtulpen, Zwergtulpen, Kaufmanniana-Hybriden

Diese Arten und Sorten pflanzt man am besten in (Stauden-)Beete.

Blumenzwiebeln für den späteren Frühling (ab ca. April, in manchen Jahren schon ab März)

Hyazinthen Hyacinthus ssp.
Puschkinia Puschkinia scilloides und andere
Kaiserkrone Fritillaria imperialisFrühe Tulpen Tulipa ssp. und Sorten

Diese etwas späteren Arten und Sorten gedeihen am besten in (Stauden-)Beeten.

In einem warmen Frühjahr geben sich die mittelfrühen und
die späteren Sorten die Klinke in die Hand.
Blumenzwiebeln, die ab Mai blühen (in sehr warmen Jahren ausnahmsweise bereits ab Ende März/April)

Knotenblume Leucojum aestivum
Darwintulpen, lilienblütige Tulpen, Cottagetulpen und andere

Diese späten Arten und Sorten pflanzt man am besten in
(Stauden-)Beete.

Blumenzwiebeln pflanzen - wie pflanzen und wie tief pflanzen

In kleinen Gruppen gleichartiger Blumenzwiebelarten und -sorten gepflanzt, wirken Blumenzwiebelpflanzen am natürlichsten und kommen am besten zur Geltung.

Blumenzwiebeln werden etwa doppelt so tief gepflanzt, wie sie dick sind. Zum Pflanzen eignen sich ein Pflanzholz, eine Pflanzschaufel oder ein spezieller Blumenzwiebelpflanzer.

Blumenzwiebeln mögen durchlässigen Boden. Bei schwerem, nassen Boden treiben sie oft nicht. Einen schweren Boden kann man durchlässiger machen, indem man Sand und etwas Kompost einarbeitet. Ist ein Boden jedoch ständig zu nass, weil sich in der Tiefe eine stauende Schicht befindet, dann reicht das nicht aus - hier könnte nur eine professionelle Dränage (GaLaBau-Firma) helfen.

Da Narzissen giftig sind und Blumenzwiebeln chemisch behandelt sein können, arbeitet man beim Blumenzwiebelpflanzen am besten mit Handschuhen und atmet auch den Staub nicht ein. Auch Kinder sollten entsprechend instruiert werden bzw. hält man kleine Kinder von Blumenzwiebeln und Narzissen fern.

Dienstag, 30. August 2011

Kann man Tomatenfrüchte mit Braunfäule essen?

Tomatenfrüchte von Pflanzen mit Braunfäule
sind nicht zum Verzehr geeignet

Kraut- und Braunfäule - eine gefürchtete Krankheit an Tomaten


Da päppelt man als Hobbygärtner oder Selbstversorger wochen- oder monatelang an seinen Tomatenpflanzen herum, freut sich, wie sie wachsen und gedeihen, doch dann - nach einer Regenphase oder nach starker Taubildung - schlägt die tückische Kraut- und Braunfäulekrankheit zu: Es zeigen sich braune Flecken an den Stängeln, Blättern und Früchten der Tomatenpflanzen. Bald danach fangen sie dann an zu welken und sterben in kürzester Zeit ab.

Sind Tomaten von kranken Tomatenpflanzen (Braunfäule) essbar?


Manchmal sehen die Tomatenfrüchte teilweise noch ganz gut aus und es stellt sich die Frage, ob man die Früchte von befallenen Pflanzen verwerten kann, wenn man die braunen Stellen ausschneidet - beispielsweise für Suppen oder Soßen.

Die Antwort ist kurz und schmerzhaft: Leider nein, das ist nicht zu empfehlen!

Der Pilz Phytophthora infestans, der die Kraut- und Braunfäule-Krankheit verursacht, kann Giftstoffe (Mykotoxine) produzieren. Diese Pilzgifte sind hitzestabil und laut Deutscher Krebsgesellschaft krebserregend.

Durch das wasserhaltige Innere der Tomatenfrüchte muss man davon ausgehen, dass sich die Giftstoffe in der Frucht verteilen - braune Stellen auszuschneiden würde also gar nichts helfen. Aber selbst wenn eine Tomatenfrucht symptomfrei ist, kann man nicht sicher sein, dass sie toxinfrei ist.

Ein Verzehr von befallenen Tomaten bzw. Tomaten von befallenen Pflanzen - egal ob roh oder gekocht - ist also nicht empfehlenswert.

Befallene Früchte sollten auch nicht an Tiere verfüttert werden. (Und wegen der Gefahr der Neuinfektion im nächsten Jahr gehören Tomatenpflanzen und Tomatenfrüchte, die Kraut- und Braunfäule haben, auch nicht auf den Kompost, sondern werden besser in die Biotonne gegeben).

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Kraut- und Braunfäule ist ein sonniger Standort mit Regenschutz. Mehr Tipps finden Sie hier:

Donnerstag, 4. August 2011

Feldsalat

Feldsalat - vorgezogen und dann im
Garten-Gewächshaus in kleinen Büscheln ausgepflanzt
Feldsalat - vgwortAnbau, Sorten,
Zubereitung, Rezepte ...


Feldsalat - Valerianella locusta
Familie der
Baldriangewächse

-> Feldsalat mit gebratenen Pilzen

Feldsalat war früher ein Wildkraut

Feldsalat ist eine in Europa heimische Pflanze, die früher als Wildkraut gesammelt wurde. Andere Namen für den Feldsalat sind Ackersalat, Rapunzel, Nüssl, Nisselsalat, Vogerlsalat etc.

Zwar wird Feldsalat seit Beginn des 20. Jahrhunderts kommerziell angebaut, doch richtig in Mode gekommen ist er erst in den letzten zehn bis zwanzig Jahren, was seinem mild nussigen Geschmack und dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein - Feldsalat enthält wertvolle Vitamine und Mineralstoffe - zu verdanken ist.

Feldsalat ist "umweltschonend"

Feldsalat ist einer der wenigen Salate, die auch bei uns im Winter frisch geerntet werden können. Bei Feldsalat entfallen daher lange Transportwege aus dem Süden, was Energie spart und frischeste Ware für den Verbraucher ermöglicht, wenn dieser Feldsalat auf dem Wochenmarkt oder beim heimischen Gärtner kauft. Den frischesten Feldsalat haben allerdings Hobbygärtner, die Feldsalat selbst anbauen und kurz vor dem Verzehr ernten.

Feldsalat ist gesund

Ernährungsphysiologisch ist Feldsalat ein äußerst wertvolles Gemüse - besonders seine Gehalte an Vitamin A in der Vorstufe Betakarotin, Vitamin B6, Vitamin C, Kalium, Eisen und Folsäure sind herausragend. Vitamin A beispielsweise ist wichtig für die Augen, die Haut und die Schleimhäute. Vitamin C ist unter anderem wichtig für das Immunsystem. Das Karotinoid Lutein, das man mit dem Feldsalat zu sich nimmt, sowie das Betakarotin, die Vitamine A und E schützen die Zellen durch ihre antioxidativen Eigenschaften.

Feldsalat gehört zu den Baldriangewächsen und enthält Baldrianöl, welches eine magenberuhigende Wirkung hat und auch die Nerven stärkt.

Feldsalat-Gesundheitswirkungen im Überblick:

  • Magenberuhigend
  • Nerven stärkend
  • Aufbauend für Haut und Schleimhäute
  • Verbesserung der von Vitamin-A-Mangel hervorgerufenen Sehschwäche (Nachtblindheit)
  • Stärkung des Abwehrsystems
  • Herz und Kreislauf schützend
  • Die Blutbildung unterstützend
  • Schutzwirkung gegen freie Radikale
  • Zellschutz, Krebsschutz

Feldsalat ist gut für die schlanke Linie

100 g essbarer Anteil des Feldsalats enthalten nur 14 kcal. Bei einem durchschnittlichen Tagesbedarf von 1.700 bis 2.500 kcal eines Erwachsenen kann man also jede Menge Feldsalat zu sich nehmen, ohne sich Sorgen um die Figur  machen zu müssen. Da sich Feldsalat gut mit anderen schlanken Zutaten kombinieren lässt, ist er sehr hilfreich für eine figurbewusste Ernährung. Lediglich bei der Salatsoße muss man dann eventuell noch aufpassen und auf die fette Sahne möglicherweise verzichten bzw. entsprechend dosieren.

Feldsalat - Zubereitung

Je frischer der Feldsalat ist, umso besser. Eventuelle Wurzelreste oder längere Stiele werden mit dem Messer abgeschnitten und gelbe bzw. kranke Blättchen entfernt. Anschließend wird der Feldsalat sorgfältig gewaschen, vor allem um eventuelle Sandkörnchen zu entfernen. Danach lässt man ihn gut abtropfen oder schleudert ihn in einem sauberen Handtuch oder in der Salatschleuder.

Feldsalat kann man beispielsweise anrichten/mischen mit
  • gebratenen Pilzen (Champignons, Austernpilze etc.),
  • anderen rohen Salatzutaten (Radieschen, Sprossen, Kräutern etc.),
  • gebratenen Gemüsen (gebratene Zucchinischeiben, Paprikastücke),
  • gebratenem oder gegrilltem Fleisch (Hähnchenfilet, Putenfilet, Schweinefilet),
  • Meeresfrüchten und/oder
  • Kombinationen aus den vorher genannten Zutaten.

Die Salatsoße/Vinaigrette richtet sich nach den sonstigen Zutaten, dem persönlichen Geschmack und danach, wie viele Kalorien man zu sich nehmen möchte - von der einfachen Zitronensaft-Öl-Vinaigrette, über eine verfeinerte Joghurt-Salatsoße bis zu einer würzigen Blauschimmel-Sahne-Salatsoße ist alles möglich.

Feldsalat - Rezept

Feldsalat mit gebratenen Pilzen (Champignons)

Zutaten für 4 Personen

ca. 300 g Feldsalat
1 großer Bund Radieschen
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
200 g braune Champignons
1 EL Balsamico-Essig
1 EL Zitronensaft
3 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Feldsalat, Radieschen, Frühlingszwiebeln und Pilze waschen und putzen.
  2. Radieschen in Scheiben oder Stifte, Frühlingszwiebel in Röllchen schneiden.
  3. Feldsalat, Radieschen und Frühlingszwiebeln abtropfen lassen und auf große Salatteller verteilen.
  4. Pilze vorbereiten: Champignons feinblättrig aufschneiden/Austernpilze in mundgerechte Stücke reißen.
  5. Für die Vinaigrette Essig, Zitronensaft, Kräuter, Salz und Pfeffer sowie 2 EL Olivenöl in ein Schraubglas geben und gut durchschütteln.
  6. 1 EL Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Pilze darin anbräunen und mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Vinaigrette über den Salat gießen, danach die warmen Pilze darüber verteilen.
Dazu passt Baguette.

Feldsalat anbauen im Garten und Gewächshaus

Feldsalat kann man im eigenen Garten bzw. im Gewächshaus selbst anbauen. Es ist nicht nur ein wohlschmeckendes, gesundes Gemüse, sondern wirkt wegen seiner reichen Wurzelmasse auch noch als Bodenverbesserer - weshalb Feldsalat auch als Gründüngung ausgesät werden kann. Da Feldsalat einer ansonsten wenig im Garten genutzten Pflanzenfamilie - nämlich die der Baldriangewächse - angehört, ist er auch sehr gut geeignet, die Fruchtfolge abwechslungsreicher zu gestalten oder als Untersaat (z. B. für Tomaten) verwendet zu werden. Auch für die Mischkultur mit Radies und Porree/Lauch ist Feldsalat zu empfehlen.

Die meisten Feldsalatsorten sind bei uns winterhart. Ausgesät wird normalerweise von August bis September/Oktober (siehe auch -> Gartenkalender) solange die Temperaturen über 5 Grad Celsius liegen im Garten oder im Gewächshaus. Inzwischen gibt es aber auch Sorten, die für den ganzjährigen Anbau geeignet sind.

Vorteil Gewächshaus: Im Gewächshaus wächst der Feldsalat schneller und kann auch im Winter leichter geerntet werden.

Bei flächiger Aussaat (z. B. für die Gründüngung) werden 2 bis 2,5 g Saatgut pro Quadratmeter breitwürfig gesät (bzw. Menge nach Packungsangabe, da das Tausendkorngewicht auch sortenabhängig ist). Ansonsten wird eher in Reihen gesät (Reihenabstand 10 cm, Abstand der Samenkörner in der Reihe 1 cm) oder die Pflanzen zunächst vorgezogen und später in kleinen Büscheln gepflanzt bei Reihenabstand 10 cm und Abstand in der Reihe auch 10 cm. Vorteil der Reihensaat bzw. der Pflanzung, sind das vereinfachte Unkrautjäten (mittels Unkrauthacke und etwas Handarbeit) - bei der breitwürfigen Saat kann man keine Unkrauthacke benutzen, so dass das Jäten sehr zeitaufwändig und unerfreulich für den Rücken und die Knie werden kann. Das Vorziehen hat außerdem den Vorteil, dass die Anzucht platzsparend ist und andere Gemüse länger auf dem Beet oder im Gewächshaus stehen bleiben können.

Feldsalat - Sorten

Bei der Wahl der richtigen Gemüsesorten muss man immer auch auf die Eignung für eine bestimmte Jahreszeit achten. Feldsalatsorten für den Hausgarten sind beispielsweise:

  • 'Favor'
    für den ganzjährigen Anbau geeignet
  • 'Fit'
    eignet sich für die Aussaat August bis September sowie zur Überwinterung
  • 'Juwabel'
    für die Aussaat August bis September sowie zur Überwinterung

Buchtipp

Dieses Buch enthält Gärtnerwissen und ausführliche Anleitungen u. a. zu den Gemüsekulturen:

Das Kleingewächshaus*
Technik und Nutzung
Eva Schumann/Gerhard Milicka
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN 3-8001-5966-6

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Freitag, 29. Juli 2011

Topfgarten

Topfgarten: Fast alles, was im Garten wächst,
gedeiht auch im Topf
Topfgarten - vgwort
In Töpfen, Kübeln und Kästen Obst, Blumen, Kräuter und Gemüse anbauen

Wer nur einen Balkon, eine Terrasse oder einen sehr kleinen Garten hat, muss auf Pflanzenvielfalt oder Kräuter- und Gemüseanbau nicht verzichten. Auch auf kleinem Raum kann man Obst, Blumen, Kräuter und Gemüse anbauen - in Töpfen, Schalen, Kübeln, Balkonkästen und anderen Gefäßen.

Seit ich vor ein paar Jahren umgezogen bin, muss ich mich mit meinen privaten Pflanzen- und Gartenexperimenten auf wenige Quadratmeter Terrasse beschränken. Doch das ist eigentlich kein Problem - dank meinem Topfgarten.

In großen Kübeln lassen sich

  • Kübelpflanzen (z. B. Lorbeer, Feige),
  • Sträucher (z. B. Rosen),
  • Kletterpflanzen (einjährige oder mehrjährige Kletterpflanzen),
  • Obst (Weihenstephaner Kiwi, Spalierobst)
  • hochwachsende Gemüse (Topinambur, Tomaten, hochwachsende Chili-Sorten etc.)

und vieles mehr hervorragend anbauen.

Niedrigere Blumen, Kräuter und Gemüse bzw. Gemüsesorten (Balkontomaten, niedrige Chilisorten etc.) wachsen wunderbar in Töpfen, Schalen und Kästen - sowohl als Einzel- als auch Mischbepflanzungen aus Blumen, Gemüsen und Kräutern.

Apropos umziehen: Wer weiß, dass er bald umzieht, aber sich gerne eine bestimmte Staude oder einen bestimmten Strauch anschaffen möchte, kann diese in einen Topf oder Kübel pflanzen - dann macht der Umzug dem Pflanzenliebling nämlich nichts aus. Auch Pflanzen, bei denen man Angst vor unkontrollierter Vermehrung durch Wurzelausläufer hat, sind in einem Blumenkübel besser aufgehoben als im Gartenboden.

Topfgarten - Tomaten mögen es sonnig
Im Bild: Balkontomate 'Totem' F1 im Topf
Topfgarten - Ostseite, Südseite, Westseite oder Nordseite?

Die meisten Gemüse, Kräuter und Balkonpflanzen mögen es sonnig, d. h. Ostseite, Südseite und Westseite sind sehr gut für einen Topfgarten geeignet, doch erfordern auch besonders viel Aufmerksamkeit hinsichtlich des Gießens. Wer seine Terrasse auf der Nordseite hat, ist bei der Pflanzenauswahl eingeschränkt - die besten Aussichten auf Erfolg hat man mit schattenverträglicheren Arten wie: Rhododendron, Azaleen, Fuchsien, Begonien, Hosta, Farne, Minze, Mangold, Kresse, Bärlauch, Feldsalat, Sauerampfer, Pflücksalat, Winterportulak, Walderdbeeren u. ä. - wobei ich noch nicht alle in Kübeln oder Töpfen selbst angebaut habe, da ich eine Südseitenterrasse habe.

Mehr Platz im Topfgarten

Wegen der vielen Möglichkeiten und der verlockenden Angebote der Saatgut- und Pflanzenanbieter wurde mir die Stellfläche doch etwas zu klein. Und so habe ich mir eine schicke, schmiedeeiserne Stellage gekauft und an die Wand gestellt. In die Fächer der Stellage kann ich die Töpfe nun in vier Etagen übereinanderstellen. Nun reicht der Platz auch wieder für den Liegestuhl. Andere Möglichkeiten, die Nutzfläche zu vergrößern sind Regale, Blumenkastenständer, Ampeln u. ä.

Topfgarten-Tipp: Tontöpfe bevorzugen
Topfgarten - Tontopf oder Plastiktopf?

Meiner Erfahrung nach wachsen Pflanzen viel besser in Tongefäßen (unglasierte Keramikgefäße, Terracotta-Kübel). Zwar verdampft das Wasser schneller als bei der Verwendung von Plastiktöpfen, aber andererseits ist die Erde im Tontopf durch den Luftaustausch immer ausreichend belüftet, während die Wurzeln einer Pflanze im Plastiktopf eher mal unter Staunässe leiden können - und letzteres kann für die Pflanze ein Wachstumshemmer und sogar tödlich sein. Seit Jahren kultiviere ich beispielsweise Topinambur (als schnellwachsenden Sichtschutz) - sowohl in einem Tonkübel als auch in einem Plastikkübel, der in einem Tonübertopf steht (die Hitze, die durch die schwarze Farbe gestaut wird, beeinflusst das "Versuchsergebnis" also nicht). Der Topinambur im Tonkübel wächst wesentlich besser und bleibt länger gesund (beide werden gegen Gartensaisonende häufig von Mehltau befallen) als der, der im Plastikkübel mit Terracotta-Übertopf steht.

Topfgarten - Blumenerde, Pflanzerde

Die meisten Pflanzen können in normale Topfpflanzenerde/Blumenerde gepflanzt werden. Nur bei kalkunverträglichen Pflanzen (wie die meisten Rhododendronarten) nimmt man besser Rhododendronerde.

Topfgarten - Bewässerung

Zugegeben, die Bewässerung eines Topfgartens ist nicht ohne. Wer im Sommer während einer Hitzeperiode länger als einen Tag verreisen will, braucht eine automatische Bewässerung oder einen netten Nachbarn, denn in der Regel ist tägliches Gießen nötig. Ich persönlich gieße grundsätzlich morgens ausgiebig - dann nicht mehr. Beim Gießen benetze ich die Blätter möglichst wenig, sondern gieße direkt in den Topf. Je kleiner der Topf und damit der Erdballen im Verhältnis zur Pflanze ist, desto kleiner ist der Wasservorrat - deshalb sollte man die Töpfe von vorneherein nicht zu klein wählen. Für die automatische Bewässerung gibt es verschiedene Systeme z. B. von Gardena, Beckmann und Blumat.



Topfgarten - Düngung

Die Blumenerde/Pflanzerde enthält in der Regel einen Nährstoffvorrat. Je schöner das Wetter und je schneller die Pflanzen wachsen, desto schneller ist der Nährstoffvorrat erschöpft. Spätestens wenn die Pflanzen (zuerst sichtbar an den unteren Blätter) hell werden, muss daher gedüngt werden. Am einfachsten nimmt man einen Flüssigdünger, der dem Gießwasser - nach Packungsanleitung - beigemischt wird. Mitte August höre ich mit dem Düngen auf.

Topfgarten - Schutz vor Ameisen, Krankheiten und Schädlingen
Ameisen vertreibe ich mit dem durchdringenden Gießen am Morgen - sie mögen keine Feuchtigkeit und ziehen mit ihrer Brut aus. Ich gieße grundsätzlich nicht über die Blätter, damit sich nicht etwa Pilzkrankheiten auf den nassen Blättern ansiedeln können. Mit Schädlingen habe ich dank vieler Vögel und Marienkäfer keine Probleme. Bekämpfen würde ich Schädlinge wie Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilben u. ä. erst, wenn sie wirklich in Massen auftreten und die natürlichen Gegenspieler fehlen - mit einem Kaliseife-Präparat.

Topfgarten macht Spaß
Im Bild: 'Feuerküsschen'
Topfgarten - Fazit

Ein Topfgarten macht Spaß, ist attraktiv und bietet viele Möglichkeiten zum Experimentieren mit Pflanzen. Und wenn ich doch einmal Lust auf einen größeren Garten habe, dann besuche ich die Weihenstephaner Gärten um die Ecke oder gehe auf den Golfplatz.


Mehr zum -> Topfgarten





Montag, 18. Juli 2011

Tomaten gesund erhalten - die wichtigsten Tipps

Tomaten gesund erhalten - die wichtigsten Tipps
Tomaten gesund - vgwortWer träumt nicht von fruchtigen, aromatischen Tomaten aus dem eigenen Garten - doch viele haben schon mal Pech gehabt: Die Pflanzen kümmerten, sie hatten wenig Blüten und noch weniger Früchte, sie wurden krank und gingen ein. Hier die wichtigesten Tipps zu Tomaten im Garten und auf dem Balkon, damit das nicht wieder passiert.

Wenn Tomatenpflanzen im Garten, Kleingewächshaus, auf Balkonien oder im Topfgarten auf der Terrasse nicht richtig gedeihen oder sogar Symptome wie Welken, Blattflecken, Blattverfärbungen, Fruchtbräune etc. zeigen, kann dies verschiedene Ursachen haben wie beispielsweise:
  • Falscher Standort
    hinsichtlich Licht, Wärme, Bodeneigenschaften, Luftfeuchtigkeit etc.
  • Ungeeignete Düngung und Bewässerung
    Zu viel Düngen und Bewässern ist oft noch schlechter als zu wenig. Gefährlich ist es, in falscher Dosierung - besonders mit mineralischen Düngern - zu düngen, das schädigt die Wurzeln.
  • Ungeeignete Pflege
    hinsichtlich Aufbinden, Ausgeizen, Entblättern, Kappen, Pflanzenschutzmaßnahmen etc.
  • Umwelteinflüsse
    Versehentlicher Eintrag von Lösungs- oder Reinigungsmitteln in den Wurzelbereich etc.
  • Krankheiten
    Tomaten können von vielen Virus- und Bakterienkrankheiten befallen werden. Viruskrankheiten sind beispielsweise Tomatenmosaikvirus oder Bronzefleckenkrankheit. Zu den wichtigsten Bakterienkrankheiten gehören die Kraut- und Braunfäule- und die Samtfleckenkrankheit sowie der Befall mit Grauschimmel (Botrytis) oder Mehltau.
  • Schädlinge
    Tomaten werden von zahlreichen Schädlingsarten befallen. Nematoden können die Wurzeln befallen, Blattläuse und Weiße Fliege die Blätter.

Tomaten gesund erhalten - welches sind die wichtigsten Maßnahmen?

Tomaten gesund erhalten - Tipp 1
Sortenwahl
Um Tomaten gesund zu erhalten, sollte ein Kriterium bei der Sortenwahl neben dem guten Geschmack auch die Widerstandsfähigkeit/Robustheit, wenn möglich sogar die Resistenz sein.
Robust gegen Kraut- und Braunfäule (besonders wichtig für Freilandtomaten) sind beispielsweise 'Tigerella', 'De Berao', Wildtomaten ("Johannisbeertomaten"), 'White Wonder', 'Resi', 'Schwarze Pflaume', 'Phantasia' und 'Philovita' F1. Eine Garantie auf Befallsfreiheit gibt es jedoch nicht. Bei 'Myrto' F1 und 'Vitella' trat die Krankheit mit etwas Verzögerung auf.
Resistent gegen Tomatenmosaikvirus, Verticilliumwelke und Nematoden sind beispielsweise die Sorten 'Dasher' F1 und 'Maranello' F1. 

Tomaten gesund erhalten - Tipp 2
Hygienemaßnahmen
Wenn im Vorjahr bei der Jungpflanzenzucht Probleme aufgetaucht sind, sollten Sie Ihre Anzucht überdenken: Um kräftige, gesunde Jungpflanzen heranzuziehen, benötigen Sie einen hellen und warmen Platz (beispielsweise ein Gewächshaus oder ein großes, helles Blumenfenster) und Sie sollten saubere Pflanzgefäße und krankheitsfreie Erde verwenden. Beim weiteren Anbau sollten zur Tomaten-Gesunderhaltung kein Bindematerial vom Vorjahr wiederverwendet werden, die mit kranken Tomatenpflanzen (beispielsweise Kraut- und Braunfäule) in Berührung gekommen sind. Stäbe, die Kontakt mit kranken Pflanzen hatten, sollte man desinfizieren (kochendes Wasser). Pflanzenteile von kranken Tomaten sollten immer möglichst schnell vom Beet entfernt und lieber nicht auf den Kompost gegeben werden, denn manche Pilzkrankheiten - beispielsweise die Kraut- und Braunfäule (schlimmste Tomatenkrankheit) - können Überdauerungssporen bilden.

Tomaten gesund erhalten - Tipp 3
Fruchtwechsel
Eine Zeitlang hieß es in manchen Hobbygärtnerkreisen, Tomaten sollten immer an den gleichen Standort gepflanzt werden. Aus Sicht der Pflanzengesundheit ist dies aber abzulehnen, denn dadurch können sich bodenbürtige Krankheiten und solche, die Überdauerungsformen bilden, im Boden halten und ausbreiten. Um Tomaten gesund zu erhalten, sollten Tomaten nicht nach Tomaten und nicht nach Kartoffeln angebaut werden (am besten auch nicht in der Nähe von Kartoffeln). Am besten werden Tomaten nach einer Pflanzenart, die nicht zur Familie der Nachtschattengewächse gehört, angebaut.

Tomaten gesund erhalten - Tipp 4
Veredelung
Bei der Veredelung werden zwei Pflanzen aufeinandergesetzt, die dann zusammenwachsen - die eine bildet die Wurzel (dafür nimmt man eine spezielle Unterlagensorte, die widerstandsfähig gegen bodenbürtige Krankheiten/Schädlinge ist wie 'Vigomax' gegen Korkwurzelkrankheit und Nematoden, die andere bildet den Stamm, Blätter, Blüten und Früchte - dafür nimmt man die Sorte mit den gewünschten Fruchteigenschaften. Die Veredelung erfordert etwas Fingerfertigkeit, doch wird das Veredeln mit einem Veredelungsset erleichtert.

Tomaten gesund erhalten - Tipp 5
Sorgfältige Standortwahl und Pflanzung
Tomaten dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freie, sonst können sie Frostschäden erleiden. Sie benötigen einen hellen, sonnigen Platz und einen humosen oder sandigen Lehmboden ohne Staunässe, damit sie gut wachsen. Am besten werden Tomaten überdacht angebaut (Tomatendach, Tomatengewächshaus*, Garten-Gewächshaus etc.), denn die schlimmste Tomatenkrankheit - die Kraut- und Braunfäule - kann sich nur auf nassen Blättern ansiedeln.

Tomaten gesund erhalten - Tipp 6
Fachmännische Bewässerung und Düngung
Pflegefehler können Tomaten krank machen. Tomatenjungpflanzen reagieren beispielsweise empfindlich, wenn der Boden vor der Pflanzung frisch gekalkt wurde. Die Blütenendfäule (Symptome: eingesunkene, braune Flecken am Fruchtende) wird auch durch Pflegefehler hervorgerufen - nämlich durch Kalzium- und Wassermangel oder zu hoher Salzkonzentration (beispielsweise durch Überdüngung).

Düngung und Bewässerung der Tomaten müssen dem Bedarf angepasst sein, sonst wachsen die Pflanzen zu stark oder zu wenig ins Kraut, welken oder sind anfälliger (Buchtipps: 1. Das Kleingewächshaus* - es werden u. a. alle Gemüse vorgestellt mit ausführlichen Pflegetipps, 2. Tomaten für Garten und Balkon*).

Tomaten gesund erhalten - Tipp 7
Fachmännische Pflege
Hoch wachsende Sorten (so genannte Stabtomaten) müssen aufgeleitet/gestützt werden (durch Schnüre, Spiralstäbe, Stützstäbe). Damit sich die Pflanzen nicht verausgaben, werden sie "erzogen", d. h. es wird für ein gutes Verhältnis zwischen der Blattmasse und den Früchten gesorgt. Dazu entfernt man die Achseltriebe (nicht die Blütenstände!) - das wird "Ausgeizen" genannt.

Tomaten lieben viel frische Luft. Gerade im Gewächshaus muss durch rechtzeitiges und ausreichendes Lüften der Taubildung und der Überhitzung entgegengewirkt werden.

Damit keine "Wachstumskraft" verloren geht und die bereits gebildeten Früchte auch ausreifen, bevor der Winter einbricht, werden die Pflanzen nach der 5. bis 6. Traube (im Gewächshaus nach der 6. bis 7. Traube) gekappt - allerdings nicht direkt über der Traube, sondern man lässt noch 3 Blätter darüber stehen.

Tomaten gesund erhalten - Tipp 8
Regelmäßige Pflanzenkontrolle
Je früher man Mangelsymptome, eine physiologische Störung, eine Krankheit oder einen Schädlingsbefall feststellt, desto besser sind die Chancen, die Sache in den Griff zu bekommen. Man sollte seine Pflanzen daher regelmäßig kritisch beäugen. Dabei beurteilt man das Erscheinungsbild als Ganzes (wächst die Pflanze kräftig, sind die Blätter zu hell oder zu dunkel?), und dann die einzelnen Pflanzenteile (Blätter oben - blattoberseits und blattunterseits, Blätter unten - blattoberseits und blattunterseits, Blüten, Früchte, Triebspitzen).

Es ist wichtig, dass man die Blätter auch umdreht, denn dort sitzen Blättläuse, Spinnmilben, Weiße Fliege oder Thripse meistens als erstes. Wer nicht sehr gute Augen hat, sollte zu dieser Pflanzeninspektion zumindest seine Lesebrille oder noch besser eine Lupe mitnehmen, denn Spinnmilben sind nur ca. 1/2 mm groß.

Wer diese Tipps beachtet, wird mehr Freude am Tomatenanbau haben und mehr ernten.

Buchtipp zum Thema Pflanzengesundheit:
Gartenprobleme - was tun?*

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Donnerstag, 30. Juni 2011

Twitter, Facebook & Co. für Hobbygärtner


Twitter, Facebook & Co. für Hobbygärtner
 Twitter, Facebook, Hobbygärtner - vgwortSoziale Netzwerke („Social Media“) werden immer beliebter: Facebook, Twitter, Blogs, Foren etc. Man kann sich wunderbar vernetzen, Bilder, Videos und Informationen austauschen, diskutieren oder einfach Spaß haben. Auch viele Hobbygärtner vernetzen sich in Sozialen Netzwerken, tauschen ihre Garten- und Pflanzenerfahrungen aus und helfen sich mit Tipps weiter.

Twitter

Twitter ist ein kostenloser Mikroblogging-Dienst über den Textnachrichten mit einer Länge von maximal 140 Zeichen verbreitet werden können. Die Texte können Links zu Webseiten, Bildern, Videos o. ä. enthalten. Twitter wird vor allem für die Nachrichten- und Informationsverbreitung, für die Selbstdarstellung, aber auch zur Unterhaltung und für Diskussionen mit anderen Teilnehmern genutzt.
Folgen Sie uns bei Twitter, wir verbreiten Nachrichten rund um Garten, Pflanzen, Gesundheit, Geld & Börse, Golfen und vielem mehr
-> tinto - (Garten-) Tipps und Themen bei Twitter

Facebook

Facebook ist eine kostenlose, komplexe Netzwerkplattform, die viele Dienste bietet. So können Kurznachrichten (Statusmeldungen), Bilder, Videos, Benutzerprofile u. a. mit anderen geteilt werden, man kann direkte Nachrichten (eine Art "interne E-Mails") versenden, man kann sich zu Gruppen zusammenschließen, chatten, Seiten anlegen und vieles mehr.
Werden Sie Fan unserer Gartenseite bei Facebook
-> Gartensaison bei Facebook

Gartenforen

Foren bieten schon seit langem die Möglichkeit zum Austausch. In unserem Gartenforum bei www.gartensaison.de können Sie Fragen rund um Garten und Pflanzen stellen und sich mit anderen Hobbygärtnern austauschen.
-> Gartensaison - Website mit Gartenforum

Gartenbuch-Verlag (fast) zum Anfassen

Auch Verlage suchen in den Sozialen Netzwerken den Kontakt - zu ihren Autoren und ihren Lesern und sie führen auch Autoren und Leser zusammen. Ich durfte ein kleines Interview mit dem Verlag Eugen Ulmer führen, einem Fachverlag rund um die Themen Landwirtschaft, Gartenbau, Pflanzen, Tiere, Obst- und Weinbau, Biologie und Ökologie, bei dem auch die meisten meiner eigenen Gartenbücher erschienen sind.
-> Social Media: Der Verlag Eugen Ulmer im Interview

Donnerstag, 23. Juni 2011

Gartentipps und Gartenberatung - schnell zur Lösung mit dem Online-Gartenlexikon


Gartentipps und Gartenberatung - schnell verfügbar dank Online-Gartenlexikon
Gartentipps und Gartenberatung -
schnell verfügbar dank Online-Gartenlexikon
Ameisen im Garten, braune Flecken auf den Tomaten, Wühlmäuse graben den Rasen um, welches Gewächshaus eignet sich für den Gemüseanbau, wie baue ich ein Hochbeet, Gemüsesorten für den Garten, Sträucher schneiden ...?

Wer ein Problem im Garten hat oder etwas zu einer Pflanze wissen möchte, will nicht lange nach den entsprechenden Gartentipps suchen müssen. Deshalb habe ich die wichtigsten Gartentipps aus meiner langjährigen Gartenberatung in ein Online-Gartenlexikon gepackt. Man sucht dort in einer alphabetischen Liste nach dem gewünschten Thema und ist mit einem Klick bereits bei der Lösung des Problems - auf der am besten passenden meiner Gartenseiten. Oder man nutzt die dort verfügbare Suchfunktion, die alle meine Garten-Webseiten und Gartenblogs (einen Überblick erhalten Sie bei Gartentipps) durchsucht.

So kommen sie zum Gartenlexikon und schnell zu einer Lösung:

-> Gartenberatung, Gartenlexikon

Und das Gartenlexikon soll weiter wachsen. Sollte also Ihr Thema (noch) nicht im Gartenlexikon sein, dann stellen Sie die Frage einfach im Garten-Forum. Dort wird sie beantwortet und Sie können sich mit anderen austauschen. Ist das Thema und die entsprechenden Gartentipps auch für andere interessant, baue ich anschließend eine neue ausführliche Gartenseite zum Thema und ergänze die Verlinkung im Gartenlexikon.

Hier geht es zum Garten-Forum:

-> Gartenforum - Gartenfragen und -Antworten

Vergessen Sie nicht, das Online-Gartenlexikon in Ihre Bookmarks (Favoritenliste) aufzunehmen, damit Sie auch das nächste Mal nicht lange nach Gartentipps und Gartenberatung suchen müssen!

Freitag, 17. Juni 2011

Schnecken, Wühlmäuse, Blattläuse - was kommt noch auf uns zu?

Im Interview:
Dipl.-Ing. agr. Thomas Lohrer

Ich hatte das Glück und konnte meinen ehemaligen Kollegen und Pflanzen-
schutzfachmann Thomas Lohrer aus Weihenstephan für ein kleines Interview gewinnen. Thomas Lohrer ist Diplom-Agraringenieur und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf für den Pflanzenschutz im Gartenbau und im öffentlichen Grün zuständig. Doch auch der Hobbygartenbau und die Nützlinge im Garten liegen ihm am Herzen und er hat bereits mehrere Gartenbücher veröffentlicht, beispielsweise:
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Hier meine Fragen und seine Antworten:

Welche Schädlinge werden im Hobbygarten vermutlich in Zukunft eine wichtige Rolle spielen?

Die Themen Blattläuse, Schnecken und Wühlmäuse bleiben uns sicherlich auch in den Zeiten des Klimawandels erhalten und sterben nicht aus. Zunehmen werden vermutlich Tiere, denen der Klimawandel und die zunehmende Globalisierung des Handels zugutekommen. Zu nennen sind Zikaden in ihrer Gesamtheit, Prachtkäfer als Schwächeparasiten an Gehölzen (gefördert durch die zeitweilige Trockenheit der Gehölze) und auch das Thema Lästlinge im häuslichen Umfeld wird vermutlich stärker an Bedeutung gewinnen. Manch einer wird hier schon mit Asiatischen Marienkäfern im Haus oder auch bestimmten Wanzenarten zu tun gehabt haben.

Welche Krankheiten werden im Hobbygarten in Zukunft vermutlich die wichtigste Rolle spielen?

Das Auftreten von Krankheiten hat sicherlich viel mit dem Kleinklima vor Ort zu tun - mit der Feuchtigkeit im Bestand und auch der grundsätzlichen Hygiene im Garten. Mehltau- und Rostpilze werden von der Witterung sicherlich am meisten profitieren und daneben ist überregional die Pilzgattung Phytophthora mit seinen vielen Arten (z. B. Kraut- und Braunfäule an Tomaten) sicher weiter von Bedeutung.

Gibt es Krankheiten oder Schädlinge, die in den letzten Jahren ganz neu zum Problem geworden sind?

Noch recht neu ist der Buchsbaumzünsler, ein Schmetterling, dessen Raupen an Buchs teilweise für Kahlfraßschäden sorgen. Die älteren Larven sind aufgrund ihrer grüngelb-schwarzen Färbung gut getarnt und durch den Fraßbeginn im Buchsinnern fällt der Schaden auch erst recht spät auf. Hier gilt es, die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren, insbesondere das Innere der Pflanze. Da der Schmetterling je nach Region drei Generationen pro Jahr durchlebt, ist die Gefahr nahezu ganzjährig aktuell. Die Überwinterung erfolgt übrigens als junge Larve am Buchs.

Vielen Dank für das Gespräch!


Donnerstag, 16. Juni 2011

Chili, Paprika & Co.

Chili-Gartentipps-Gartenblog - vgwort
Chilis, Paprika & Co. lassen sich z. B.
durch Trocknung haltbar machen
Chili und seine Verwandten waren schon bei den altamerikanischen Indianern wichtige Nutzpflanzen. Kolumbus brachte die ersten Früchte im fünfzehnten Jahrhundert von seinen Entdeckungsreisen mit nach Europa, aber erst über viele Umwege fanden Paprika, Peperoni, Chili und Co. ihren Weg als Gemüse und Gewürz in die deutsche Küche und in die deutschen Gemüsegärten.

Chili, Paprika & Co. zaubern Aroma und Feuer auf den Tisch

Deutsche Gaumen fanden den Zugang zu den neuen Genüssen zunächst durch die osteuropäische und die mediterrane Küche - man denke an ungarisches Gulasch, gefüllte Paprikaschoten, eingelegte Peperoni. Später brachte uns die asiatische Küche mit ihren Currys, die als Bestandteil auch Chili enthalten, die aromatische Schärfe näher. Heute entdecken wir zunehmend die Küche der südlichen USA, Mexikos, der Karibik und der südamerikanischen Länder und kreieren nach deren Vorbild Salsas und Chili-Pepper-Gerichte. In den USA sind Chili-Pepper schon lange der Renner und die scharfen Soßen („Hot Sauces“) haben den Ketchup in seiner wirtschaftlichen Bedeutung längst überholt.

Der Anbau von Chili und Paprika ist einfach
und die Sortenauswahl riesig.
Chili, Paprika & Co. - für Garten, Terrasse und Balkon

Chili, Paprika und Co. lassen sich im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse und sogar im Zimmer kultivieren. Die leuchtenden Farben der Früchte im Kontrast zum satten Grün des Laubes kommen nicht nur im Beet, sondern auch im gemischt bepflanzten Balkonkasten oder in einem Terrakotta-Gefäß wunderbar zur Geltung. Die Auswahl an geeigneten Sorten ist riesig und der Anbau ist einfach. Wer keinen hellen Platz für die eigene Aussaat und Jungpflanzenanzucht hat, der kauft die Jungpflanzen eben Ende Mai/Anfang Juni beim Gärtner, im Gartencenter oder in der Pflanzenabteilung vom Baumarkt. Hoch wachsende Sorten eignen sich eher für das Beet oder eventuell für den Anbau in einem Kübel. Damit sie gerade wachsen und bei Wind nicht umknicken, sollte man ihnen eine Stütze geben. Niedrig wachsende Sorten passen wunderbar in Mischbepflanzungen in Balkonkästen oder als Einzelbepflanzung in Töpfe.

Chili, Paprika & Co. - Sorten

Das einzig Schwierige am Chili-Paprika-Anbau ist die Sortenwahl: Es gibt so viele attraktive und interessante Sorten an Gemüsepaprika, Tomatenpaprika, Peperoni und Chili, dass man sich kaum beschränken möchte. Hier nur ein paar Beispiele:

'Pantos' - rot reifende, fruchtig würzige Riesenpaprika (Gemüsepaprika)
'Goldflame' F1-Hybride - gelb reifende, blockige, dickfleischige Gemüsepaprika
'Pinokkio' F1-Hybride - orange reifende, möhrenförmige, milde Paprika
'Habanero'-Sorten - aromatische und sehr scharfe Chilis (Schärfegrad 10 bzw. 10+ bei 'Red Savina Habanero' auf einer Skala von 1 bis 10)
'Chocolate Bhut Jolokia' - braun abreifende, extrem scharfer Chilisorte (Schärfegras 10+, Verarbeitung nur mit Schutzhandschuhen)

Chili, Paprika & Co. - wahre Gesundheitsbomben

Chili, Paprika und ihre Verwandten sind prallvoll mit Gesundheit. Je reifer die Früchte sind - erkennbar an der intensiven Fruchtausfärbung - desto mehr Vitamin C enthalten sie. Sie enthalten außerdem auch Vorstufen von Vitamin A (Karotinoide) und andere sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Flavonoide). Letztere sollen eine Wirkung gegen Krebs haben!

Chili-Rezept: Salsa Verde mit Tomatillo

Salsa Verde passt zu Tacos, Burritos, Tortilla Chips sowie zu gebratenem und gegrilltem Fleisch, Fisch oder Gemüse. Der Geschmack und die Schärfe variieren je nach verwendeter Chilisorte. Fangen Sie lieber mit einer geringen Chilimenge an - notfalls legen sie noch nach.

Zutaten

500 g Tomatillo oder feste Tomaten
1 - 3 grüne Chilischoten ('Jalapeño' o. ä. mittelscharfe Chilis)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
frischer Koriander
100 bis 200 ml Wasser
1 TL Olivenöl
Salz, Zucker

Arbeitsschritte
  1. Die Tomatillo von ihren papierartigen Hüllen befreien, abspülen und grob würfeln
  2. Zwiebel schälen und in grobe Würfel schneiden
  3. Knoblauch häuten
  4. Chilischoten waschen, längs halbieren (und bei sehr scharfen Sorten eventuell zwecks Entschärfung entkernen), in Stücke schneiden
  5. Koriander abspülen und die Blätter vom Zweig zupfen
  6. Tomatillo, Chili, Zwiebel, Knoblauch und Korianderblätter im Mixer nicht zu fein hacken. Die Hälfte herausnehmen und den Rest mit etwas Wasser fein pürieren. Öl hinzufügen und alles wieder zusammenmischen
  7. Mit Salz und einer Prise Zucker abschmecken (falls die Tomaten nicht genug Säure hatten, mit ein wenig Zitronen- oder Limonensaft nachhelfen)
  8. Kalt stellen und bald verzehren. Ist im Kühlschrank etwa zwei Tage haltbar
Tipp

Tomatillos (mexikanische grüne Tomaten) gibt es im Sommer in gut sortierten Gemüsefachgeschäften und Spezialmärkten. Ersatzweise kann man auch feste Tomaten nehmen, die gerade beginnen, sich von Grün nach Rot zu färben. In diesem Stadium enthalten sie noch mehr Säure und haben auch einen ähnlichen "Biss" wie Tomatillos.

Chili, Paprika & Co. und ihre Fans

Die Begeisterung für die würzig scharfen Früchte schlägt Wellen – es gibt regen Austausch im Internet sowie Paprika- und Chilifeste überall auf der Welt. Die Chiliheads – so nennen sich die Chilibegeisterten – haben Chili-Pepper zu ihrem Hobby gemacht. Sie tauschen Informationen, Samen und Rezepte, organisieren Treffen und Ausstellungen.

Genießen Sie mit und lassen Sie sich anstecken von unserer Passion für die appetitlichen Schoten. Und probieren Sie neue Rezepte aus - aber Achtung: Chili-Pepper brennen zweimal!

Chili, Paprika & Co. - Buchtipp

In dieses Büchlein habe ich viele Tipps und Informationen gepackt: Anbau im Garten/Balkon/Terrasse, Sorten, Pflanzen gesund erhalten, Küchenpraxis, viele Rezepte, Geschichtliches, Gesundheitliches und vieles mehr. Es ist ein ideales Mitbringsel oder Zwischendurch-Geschenk an sich selbst:

Buchtipp: Chili, Paprika und Co. - Werbelink zu Amazon.de  Chili, Paprika & Co.*
  feurig, lecker, gesund (Smart)
  Eva Schumann
  Ulmer Verlag
  ISBN 978-3-8001-6715-9

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Samstag, 11. Juni 2011

EHEC vorbei?

Neuer Gartenblog - vgwortDas Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)* hat lt. seiner Pressemitteilung die allgemeine Empfehlung, in Norddeutschland auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat zu verzichten, aufgehoben (Meiner Erinnerung nach wurde über verschiedene Kanäle nicht nur vor dem Verzehr von diesen Gemüsen in Norddeutschland, sondern bundesweit gewarnt. Doch die Kommunikationspannen im Zusammenhang mit EHEC sind ein anderes Thema.). Nur vom Verzehr roher Sprossen wird auch weiterhin dringend abgeraten. Hat man noch Sprossen zu Hause, sollten diese vernichtet werden (Ich würde sie nicht auf den Kompost geben, sondern sicherheitshalber über den Restmüll entsorgen). Auch andere Lebensmittel, die mit Sprossen in Berührung gekommen sind, sollten entsprechend vernichtet werden. Desweiten werden die üblichen Hygienemaßnahmen (Gemüse, Schneidbretter, Messer und Hände waschen u. ä.) empfohlen.

Gefahr durch EHEC gebannt?

Die meisten europäischen Gärtner und Konsumenten können also erst einmal aufatmen - die einen, weil sie endlich ihre Produkte wieder verkaufen können, die anderen, weil sie nun nicht mehr auf frische Gemüse und Salate verzichten müssen.

Doch die EHEC-Gefahr ist noch nicht gebannt, auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen aktuell rückläufig ist. "Der Ausbruch ist noch nicht vorbei", zitiert die Süddeutsche Zeitung** den Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger.

EHEC-Verbreitung in Deutschland und in Europa

Mehr als 4000 Menschen sind lt. Süddeutscher Zeitung** bundesweit an der Bakterienkrankheit EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) erkrankt und mindestens 32 Menschen am dadurch verursachten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) gestorben.

Doch die EHEC-Verbreitung geht über Deutschland hinaus. Die folgende Landkarte zeigt die EHEC-Verbreitung in Europa (Stand 8.6.2011):

EHEC-Verbreitung in Europa 08.06.2011
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StepMap EHEC-Verbreitung in Europa 08.06.2011



Inzwischen scheint es zwar erwiesen, dass die Träger der agressiven EHEC-Bakterien gefunden sind: Sprossen von einem Biobetrieb in Bienenbüttel. Noch ist allerdings unklar, wie sie auf die Sprossen gelangt sind, denn Sprossen werden nur mittels Saatgut, Wasser und Wärme erzeugt. Inzwischen wurden auch auf Sprossen von einem niederländischen Betrieb EHEC-Bakterien gefunden - allerdings ein weniger gefährlicher EHEC-Bakterienstamm.

Die amerikanischen Gesundheitsbehörden melden aktuell 5 EHEC-Erkrankte, von denen 4 vorher in Deutschland waren.

Es ist also noch nicht vorbei, auch wenn es derzeit so aussieht, als bekomme man die Epidemie in den Griff.

Weitere Informationen:
* Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
** Süddeutsche Zeitung

Donnerstag, 9. Juni 2011

Besuch in der Weihenstephaner Kleingartenanlage

Das Besondere am Weihenstephaner Kleingarten sind die liebevollen
Details wie hier die Dachbegrünung des Pavillons
Anlässlich eines Treffens ehemaliger Mitarbeiter war ich gestern mal wieder in Weihenstephan. Dieses Mal kam ich in den Genuss einer Führung durch die Weihenstephaner Kleingartenanlage durch meinen früheren Kollegen Dipl. Ing. Thomas Jaksch vom Institut für Gartenbau, der den Gemüsebaubetrieb einschließlich der Kleingartenanlage als Betriebsleiter leitet und u. a. auch die beliebten Veranstaltungen der Forschungsanstalt Weihenstephan (früher Versuchsanstalt) für Kinder durchführt.

Noch einmal mehr kann ich allen Hobbygärtnern einen Besuch der Kleingartenanlage sehr empfehlen. Interessant zu sehen:
  • Die Abteilung Kleingewächshäuser wurde um einige Modelle erweitert.
    Dort kann man sich ganz unterschiedliche Gewächshäuser und ihre Nutzung anschauen -
    • vom einfachen Folienhaus
    • über Frühbeete mit hochgestelltem Dach
      Tomatensortenvergleich
    • bis zum exklusiven Kleingewächshaus mit Plexiglas-Stegdoppelplatten-Eindeckung auf Alu-Fundament oder
    • mit Hortiplus-Einscheiben-Sicherheitsglas auf schön gemauertem Streifenfundament.
  • Die Gewächshäuser sind zu einem großen Teil mit Gemüsen bepflanzt. In ihnen kann man nicht nur herkömmliche und neue Gemüsesorten und -arten begutachten, sondern auch wie man diese am besten kultiviert. Hier kann man sich vieles "abgucken".
  • Es gibt einen Bereich "Gärtnern mit Kindern".
    Dort werden Ideen wie der "Square Garden" gezeigt, bei dem das Beet in kleine Abteilungen unterteilt wird - jedem Kind gehört dann sein eigener Beetabschnitt, was Streit vermeidet.
  • Es sind unterschiedliche Hochbeet-Modelle aufgebaut und bepflanzt -
    • von der rustikalen Holzeinfassung
    • bis zum Kombi-Modell mit Kunststoffeinfassung und abnehmbarer Frühbeethaube.
  • Neue Gemüsesorten werden gezeigt.
  • Es werden unterschiedliche Düngungsmethoden sowie Bodendesinfektionsmethoden auf biologischer Basis demonstriert.
  • Die Hügelbeet-Musterbepflanzungen sind wie jedes Jahr eine Augenweide.
  • Die Balkonkastenabteilung zeigt attraktiv mit Gemüse, Kräutern und Sommerblumen bepflanzte Balkonkästen und verschiedene automatische Bewässerungsmethoden. Bezüglich Gemüsesorten im Balkonkasten und automatischer Bewässerung war schon das frühere Institut für Gemüsebau, das jetzt in das Institut für Gartenbau eingegliedert wurde, ein bekannter Vorreiter.
  • Verschiedene Beetumrandungen gegen Schnecken werden demonstriert
u. v. m. Man kann sehr viele Ideen mit nach Hause nehmen!

Der Garten ist jetzt in voller Pracht, deshalb sollte man mit dem Besuch der Weihenstephaner Kleingartenanlage (in Freising, Am Staudengarten) nicht zu lange warten.

Übrigens: Das Hintergrundbild des Blogs zeigt die alte Weihenstephaner Kleingartenanlage - aber auch die neue Kleingartenanlage ist unbedingt einen Besuch wert.