Dienstag, 23. Juni 2015

Wer Schmetterlinge im Garten mag, muss auch Raupen aushalten

Jeder liebt Schmetterlinge: diese eleganten Falter in schönen Farben, die bei Sonnenschein durch den Garten tanzen. Wir mögen auch den Schmetterlingsflieder Buddleija davidii - unter anderem deshalb, weil er diese schönen Tagfalter anlockt und wir uns an ihnen ergötzen können. Auf seinen Blütenständen lassen sie sich gerne nieder, und wir können sie in Ruhe beobachten und fotografieren.
 
Tagpfauenauge auf einem Blütenstand des Schmetterlingsflieder
Dabei vergisst man leicht, dass Schmetterlinge eine Jugendphase als Raupe haben, und Raupen sind sehr gefräßige Pflanzenfresser.

Einige von diese Raupen, wie die Kohlweißlinge, sind sogar unsere Nahrungskonkurrenten, denn sie fressen unsere Gartenpflanzen, die zur Familie der Kreuzblütler oder den Kapuzinerkressen gehören - also Kohl, Kohlrabi, aber auch Spinnenpflanze und eben Kapuzinerkresse. Vor allem die selteneren Schmetterlinge sind aber im Jugendstadium auf bestimmte (Wild-)Pflanzen spezialisiert.

Wer mehr Schmetterlinge in seinem Garten sehen möchte, der muss ihnen auch für das  Raupenstadium etwas zum Fressen bieten - entweder die entsprechenden Pflanzen und Wildkräuter im Garten anbieten oder sich in der Gemeinde dafür einsetzen, dass nicht jedes Wildkraut weggemäht, Bäume nicht bei jedem Raupenbefall gespritzt und nicht jede Freifläche zubetoniert oder mit Zierpflanzen aus der Gärtnerei bepflanzt wird.

Raupenfutterpflanzen (Beispiele) 

  • Admiral: Große Brennessel Urtica dioica
  • Apollofalter: Weiße Fetthenne Sedum album
  • Kleiner Fuchs: Große Brennessel Urtica dioica an trockenen, sonnigen Standorten 
  • Schwalbenschwanz: Blätter von Doldengewächsen wie Petersilie, Fenchel, Dill und (Wilde) Möhre 
  • Tagpfauenauge: Große Brennessel Urtica dioica an feuchten, sonnigen Standorten, gelegentlich Hopfen Humulus lupulus
  • Großer Eisvogel: Espen und Schwarz-Pappeln 
  • Großer Schillerfalter: Salweide Salix caprea 
  • Großer Kohlweißling: Kreuzblütler- und Kapuzinerkressengewächse
  • Kleiner Kohlweißling: Kreuzblütler-, Kapern-, Reseda-, Fuchsschwanz- und Kapuzinerkressengewächse
  • Zitronenfalter: Faulbaum Frangula alnus und Purgier-Kreuzdorn Rhamnus cathartica

Nektarpflanzen für die Schmetterlingsfalter (Beispiele) 

Neben dem Schmetterlingsflieder Buddleija davidii gibt es viele andere Nektarpflanzen für die erwachsenen Falter.

  • Frühjahr:
    Blaukissen, Küchenschelle, Leberblümchen, Mohn, Pfingstrose, Steinkraut und Veilchen, 
  • Sommer:
    Disteln, Dost, Flockenblume, Johanniskraut, lavendel, Sommeraster, Sonnenhut, Spornblume und Thymian
  • Herbst:
    Efeu, Fetthenne, Gaura, Goldrute, Herbstaster, Nachtkerze, Silberkerze und Wasserdost


Admiral an Schmetterlingsflieder
Überwinterung der Schmetterlinge 

Schmetterlinge überwintern als Falter, Puppe, Raupe oder Ei.

  • Als Falter überwinternde Arten wie der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge und der Zitronenfalter suchen Hohlräume z. B. in Bäumen oder Holzschuppen auf. 
  • Die als Puppe überwinternden Arten wie der Schwalbenschwanz und die Weißlinge hängen sich mit einem Spinnfäden an Pflanzenstengel fest - ein guter Grund, nicht alle Beete im Herbst raziputz von abgestorbenen Staudenresten zu säubern. 
  • Als Raupen überwinternde Arten wie die Bläulinge und der große Schillerfalter verkriechen sich oder hängen sich wie die Puppenüberwinterer per Gespinnstfaden an Pflanzenteile. 
  • Als Ei mit einer fertigen Raupe darin überwintert beispielsweise der Apollofalter.


Fazit

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist abwechslungsreich, naturnah mit "Wildnisecken" und auch über den Winter nicht zu aufgeräumt. Außerdem sollte nicht jede Raupe sofort abgesammelt oder vernichtet werden. Es könnte daraus ein schöner Schmetterling werden.
Linktipp: Welche Raupe ist das - nach Monaten

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