Mittwoch, 26. April 2017

Exotisches Fruchtgemüse selbst anbauen

Selbstversorger, Urban Gardener und (Hobby)Gärtner experimentieren gerne, deshalb möchte ich drei besondere Fruchtgemüse vorstellen, deren Anbau sich lohnt: die Birnenmelone Pepino, die Horngurke Kiwano und die Grüne Tomate Mexikos Tomatillo. Alle drei sind exotische Früchte, denn sie haben ihre Heimat in wärmeren Gefilden auf fremden Kontinenten und eignen sich für den Anbau im Kleingewächshaus sowie an geschützten, warmen Plätzen im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse.

Ich kenne diese exotischen Fruchtgemüsearten schon aus meiner Zeit in Weihenstephan, wo sie in der Kleingartenanlage und in Gewächshäusern des Instituts für Gemüsebau getestet und für gut befunden wurden: gut geeignet zum Anbauen und gut geeignet für die Küche und den Gaumen.

Birnenmelone, Pepino Solanum muricatum

Diese Pepinos wachsen in den Mund.
(fotografiert in Weihenstephan unter einem Dachvorsprung)
Der Kenner erkennt es schon am botanischen Namen: Die Pepino ist ein Nachtschattengewächs. Die aus Südamerika stammende Pflanze hat schönes dunkelgrünes Laub und auffällige Früchte, die in einer Blumenampel am besten zur Geltung kommen. Doch genauso kann man sie im Gewächshaus ein- bis dreitriebig an Schnüren nach oben leiten.

Die reifen Früchte duften und schmecken dann ähnlich wie Melonen – man kann sie Salaten, Obstsalaten oder Desserts beigeben oder einfach aus der Schale löffeln.

Von der Birnenmelone kann man Samen oder Jungpflanzen kaufen*.
Mehr zum Anbau der Birnenmelone bei www.gartensaison.de/garten/pepino.htm.

Anzeige (Pflanzen Melonenbirne)


Horngurke Cucumis metuliferus

Die Horngurke im Kleingewächshaus (fotografiert in Weihenstephan)

Die Horngurke ist ein einjähriges Kürbisgewächs mit dekorativen, "gehörnten“ Früchten, die auch noch vitaminreich sind. Sie sind auch unter der Handelsmarke Kiwano bekannt.

Ab Mitte April beginnt man mit der Pflanzenanzucht aus Samen* an einem geschützten, warmen, hellen Platz – nach den Eisheiligen werden sie in ein Gewächshaus oder an einen warmen, geschützten Platz im Freien gepflanzt.

An der einjährigen Kletterpflanzen gibt es männliche und weibliche Blüten. Sicherheitshalber pflanzt man mehrere Pflanzen zusammen, damit man am Ende genügend befruchtete weibliche Blüten und damit Horngurken-Früchte hat.
Mehr zum Anbau der Horngurke bei www.gartensaison.de/garten/neue-pflanzen.htm

Mit diesen exotischen Früchte als Tischdekoration wird jeder gedeckte Tisch zu einem Erlebnis. Sie sind lange haltbar, Geschmacklich liegen sie zwischen Zitrone und Banane und passen in Salate, Obstsalat oder Desserts.



Anzeige (Samen Horngurke)


Tomatillo Physalis ixocarpa 

Die Tomatillo wird auch die Grüne Tomate Mexikos genannt. Sie gehört zu den Nachtschattengewächsen, wie auch Kartoffeln, die Gemüsearten Tomaten, Auberginen und Paprika. Besonders eng ist sie mit der Kapstachelbeere Physalis peruviana und der als Schnittblume beliebte Lampionblume Physalis alkekengi verwandt – wie man sieht gehören sie nicht nur zur gleichen Familie, sondern sogar zur gleichen Gattung (genannt Blasenkirschen, Physalis).

Die Tomatillo-Früchte wachsen in einem kleinen Lampion geschützt heran. 
Wie die Kapstachelbeere und die Lampionblume ist die Tomatillo-Frucht von einer laternenförmigen Hülle umschlossen, die die Pflanze aus dem Blütenkelch bildet. Die Früchte schmecken säuerlich würzig und passen gut in geschmortes Mischgemüse mit Tomaten, Zucchini und Paprika. Sie sind auch Bestandteil verschiedener mexikanischer Soßen (Salsas).

Tomatillopflanzen sind einjährig. Sie werden bis zu 2 m hoch und brauchen wie die Stabtomaten eine Stütze, sonst können sie bei Wind brechen.

Man kann Tomatillos als Samen oder als Jungpflanzen kaufen*. Ausgesät für die eigene Jungpflanzenanzucht werden sie spätestens im April, dazu benötigt man einen hellen, warmen Platz. Man kann sie im Mai nach den Eisheiligen in ein Beet oder auch in einem großen Kübel pflanzen – wichtig ist eine ausreichende Düngung und Bewässerung, sonst wird das Ernteergebnis mager.

Mehr zum Anbau und der Pflege von Tomatillos bei www.gartensaison.de/garten/tomatillo.htm.

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Freitag, 7. April 2017

Frühlingserwachen im Garten, auf Balkon und Terrasse



Der Winter war bei uns kurz aber heftig - mit viel Schnee und sehr tiefen Temperaturen.



Auch diesen Winter hat sich eine Wühlmaus im Rasen auf dem Tiefgaragendach verlustiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für sie eine Freude war, so niedrig wie die Erdauflage ist. Inzwischen hat sie sich wieder zurückgezogen - vermutlich in die Streuobstwiese beim Nachbarn.



Die Flechten an den Obstgehölzen haben sich im Winter noch malerischer gefärbt. Zum Glück sind Flechten nicht schädlich.



Dann begannen die Spätwinterblüher aus Blumenzwiebeln zu blühen: hier ein paar Schneeglöckchen, dort ein paar Krokusse. Die Krokussorte Crocus tommasinianus 'Ruby Giant', die ich im vergangenen Spätherbst in den Rasen gepflanzt hatte, blühte als letzte (im Bild). Gleichzeitig wurden die Gänseblümchen immer mehr und wandelten den Rasen in eine Gänseblümchenwiese.



Die Küchenschelle Pulsatilla, auch Kuhschelle genannt, mag offensichtlich ihren trockenen Platz neben einem kräftigen Rosenstrauch. Dieses Jahr blühte sie üppiger denn je.



Der Schnittlauch begann mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen zu treiben. Der Thymian auch, doch der wurde von mir mit der Schere gestutzt, damit er kompakt bleibt.
Rosmarin und Salbei hatten wieder ihren geschützten Winterplatz direkt vor einem bodentiefen Fenster und haben den Winter ebenfalls gut überstanden. Normalerweise würde man sie aber wie Kübelpflanzen überwintern, beispielsweise in einem Gewächshaus. Die mehrjährigen Pflanzen in Töpfen und Kübeln musste ich selbst im Winter draußen gelegentlich gießen, richtig durstig wurden sie dann mit der Frühlingssonne.



Auch die Stauden, die im Sommer blühen sollen, sind gut über den Winter gekommen und treiben schon schön aus. Die tiefen Temperaturen im Januar und das trockene Wetter danach haben zwar die Schnecken reduziert, aber bei Duftnessel und Purpursonnenhut (im Bild) habe ich sicherheitshalber etwas umweltverträgliches Schneckenkorn gestreut, damit sie nicht, wie 2014, bei feuchtem Wetter von Schnecken innerhalb einer Nacht niedergemäht werden.



Von den Tulpen blühten als erste die ‚Peer Gynt‘, sie gehört zu den Überraschungseiern, die ich im Herbst 2012 gepflanzt hatte. Von den ursprünglich 20 Stück dieser Romantischen Tulpenmischung ('Peer Gynt' und 'Purple Flag') sind nur noch etwa die Hälfte übrig. Zu den allgemeinen Gründen, warum Blumenzwiebeln weniger werden, kommt bei uns noch die dünne Erdauflage dazu, denn dieses Beet befindet sich auf dem Tiefgaragendach – die Zwiebeln drücken sich oft selbst aus dem Boden und vertrocknen dann oder werden Opfer von tierischen Feinschmeckern.



Die Gelben Narzissen läuteten letzte Woche den Frühling offiziell ein,


gefolgt von den etwas späteren Tulpensorten wie den lilienblütigen 'Purple Dream',




von Traubenhyzinthen Muscari und



und weißen Engelstränen-Narzissen Narcissus 'Thalia'.

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Seit wenigen Tagen blüht auch die Wildkirsche am Grundstücksrand. Sie ist Teil einer wilden Hecke, die mit dem Alter sehr groß geworden ist - zu meiner Freude, weil sie im Sommer für einen grünen Blick und für Privatsphäre sorgt und zur Freude der Vögel, die sich dann über die reifen Früchte hermachen.

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Dienstag, 4. April 2017

Pflanzen für Schattenplätze im Garten und auf dem Balkon

Sonne liebende Pflanzen kümmern im Schatten dahin, Schatten liebende Pflanzen leiden, wenn man sie an einen heißen, sonnigen Standort stellt. Wer Pflanzen aber ihren natürlichen Ansprüchen entsprechend pflanzt, also Sonnenanbeter an sonnige und schattenverträgliche Pflanzen an Plätze im Garten mit wenig oder kaum Sonne, der hat mehr Freude an seinem Garten oder Balkon. Viele Beispiele für schattenverträgliche Beet- und Balkonblumen, Stauden und Gehölze – einschließlich Gräser, Bodendecker, Kletterpflanzen und Kübelpflanzen für fröhlich bunte oder verzaubernde Kombinationen. 

Alle Pflanzen benötigen Licht, denn sie betreiben Fotosynthese. Doch in der Natur gibt es Standorte mit weniger Licht – beispielsweise im Schatten von Bäumen und Sträuchern oder auf der Nordseite von Bergen – und es gibt Pflanzen, die sich an solche Standorte angepasst haben und sich dort richtig wohl fühlen.

Fotosynthese
Bei der Fotosynthese wandeln Pflanzen mithilfe des Sonnenlichts Kohlendioxid und Wasser in organische Verbindungen um. Die Fotosynthese ist der wichtigste Prozess auf der Erde, denn bei ihm wird Kohlenstoff in organischem Material gebunden und gleichzeitig Sauerstoff frei. Ohne die Fotosynthese gäbe es weder Nahrungspflanzen und infolgedessen auch kein Fleisch, kein Fisch und keinen Sauerstoff zum Atmen.

Blumen für den Halbschatten bis Schatten

 
Eisbegonien, Knollenbegonien und Fleissige Lieschen hellen Schattenplätze auf


Von den Beet- und Balkonpflanzen, die meist nur für eine Saison gepflanzt werden, kommen diese auch mit weniger Licht zurecht:
  • Fleißige Lieschen Impatiens gibt es in vielen Farben, die man miteinander mischen, mit anderen Schattenblumen oder mit grünen Pflanzen wie Efeu oder Farnen kombinieren kann. 
  • Fuchsien Fuchsia (die Pflanzen können frostfrei überwintert werden)
  • Knollenbegonien (die Knollen können frostfrei überwintert werden) 
  • Eisbegonien
Nicht nur für den Garten, auch für die Bepflanzung eines Balkons mit wenig Licht eignen sich neben den obigen typischen Beet- und Balkonpflanzen auch niedrige Stauden wie Vergissmeinnicht und Bergenien, etwas höhere Stauden wie Tränendes Herz (Kübel) sowie niedrige (Efeu) oder höhere Gehölze für den (lichten) Schatten, siehe nächste Gruppen.

Stauden für den Halbschatten bis Schatten (Beispiele)

Eisenhut in einem Meer aus Taglilien
Diese Stauden – das sind mehrjährige Pflanzen, die den Winter unter der Erde verbringen und im Frühjahr austreiben -, verschönern Schattenplätze:

  • Prachtspieren, Astilben Astilba (Waldpflanzen an feuchten Bachufern) 
  • Bergenien Bergenia cordifolia und Bergenia-Hybriden 
  • Christrosen Helleborus 
  • Elfenblumen Epimedium 
  • Eisenhut Aconitum 
  • Farne der Gattungen Athyrium, Dryopteris, Polypodium, Polystichum und andere 
  • Funkien Hosta 
  • Herzblattschale, Zwillingsblatt Jeffersonia diphylla 
  • Kastanienblättriges Schaublatt Rodgersia aesculifolia 
  • Kaukasus-Vergissmeinnicht Brunnera macrophylla 
  • Lungenkraut Pulmonaria 
  • Taglilien Hemerocallis (lichter Schatten bis Sonne) 
  • Tränendes Herz Dicentra 
  • Veilchen Viola 
  • Wald-Vergissmeinnicht Myosotis sylvatica 
  • Wiesenraute Thalictrum 
  • mehr Stauden für den Schatten* 
Gräser für den lichten Schatten und Gehölzrand (Beispiele) 

Gräser verbindet man eher mit sonnigen Flächen, aber die folgenden Gräser können im lichten Schatten von Gehölzen oder am Gehölzrand wachsen:
  • Waldschmiele Deschampsia cespitosa 'Schottland' 
  • Japan-Segge Carex morrowii 'Variegata' 
  • Gelbgrüne Gartensegge Carex hachijoensis 'Evergold' 
  • Riesenwaldschwingel Festuca gigantea 
  • Weißliche Hainsimse Luzula luzuloides 
  • Waldhaarsimse Luzula pilosa 'Igel' 
  • Zwergbambus Pleioblastus pygmaeus var. distichus 
Bodendecker für den Halbschatten bis Schatten 

Bodendecker halten das Unkraut in Schach, verschönern Flächen oder bilden den Rahmen für auffälligere Schönheiten im Garten. Diese eignen sich auch für den (lichten) Schatten:
  • Dickmännchen, Schattengrün, Japanischer Ysander Pachysandra terminalis (immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch) 
  • Immergrün Vinca minor, Vinca major (immergrüne niedrige, bodenbedeckende Halbsträucher) 
  • Jakobsleiter Polemonium (niedrige, bodenbedeckende Staude) 
  • Schaumblüten Tiarella (niedrige bodenbedeckende Staude) 
  • Waldmeister Galium (niedrige, bodenbedeckende Staude) 
  • Golderdbeeren Waldsteinia fragarioides (niedrige, bodenbedeckende Staude) 
Kletterpflanzen für den Halbschatten bis Schatten 

Trompetenblume
  • Kletterhortensie Hydrangea petiolaris 
  • Jelängerjelieber Lonicera caprifoliu
  • Trompetenblume Campsis radicans (Wurzelbereich im Schatten) 
  • Waldreben Clematis (möchten einen kühlen Fuß im Schatten, aber zur Sonne klettern).
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Gehölze für den lichten Schatten bis Schatten 
Rhododendron
  • Rhododendron (meistens kalkmeidend) 
  • Samthortensie Hydrangea aspera 
  • Hortensie Hydrangea macrophylla 
  • Zaubernuss Hamamelis 
  • Prachtglocke Enkianthus campanulatus (kalkmeidend) 
Kübelpflanzen für den (lichten) Schatten 

Kübelpflanzen sind in der Regel nicht winterharte Gehölze aus wärmeren Klimazonen, die im Gewächshaus, Wintergarten o. Ä. überwintert werden). Viele sind zwar Sonnenanbeter, aber einige fühlen sich im Schatten wohler. 
  • Kamelie Camellia japonica 
  • Fuchsien Fuchsia 
  • Hammerstrauch Cestrum 
  • Jasminblütiger Nachtschatten Solanum jasminoides 
Trockener Halb-/Schatten 

Die meisten schattigen Standorte haben einen frischen Boden. Besonders schwierig ist es, lichtarme Standorte mit trockenem Boden zu begrünen. Diese Pflanzen kommen damit am ehesten zurecht.
  • Dickmännchen Japanischer Ysander Pachysandra terminalis (immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch) 
  • Christrosen, Nieswurz Helleborus (Stauden) 
  • Golderdbeere Waldsteinia fragarioides (Staude) 
  • Bergenien Bergenia cordifolia (Stauden) 
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Gemüse und Kräuter für den Schatten

Gemüse und Kräuter für den Schatten werden in einem eigenen Blogartikel Gemüse und Kräuter für den Schatten mit Beispielen vorgestellt.

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Freitag, 31. März 2017

Woran liegt es, wenn Tulpen und andere Blumenzwiebeln von Jahr zu Jahr weniger blühen

Wenn Tulpen und andere Blumenzwiebeln von Jahr zu Jahr weniger werden, dann denken viele, Wühlmäuse hätten zugeschlagen. Häufig sind jedoch andere Ursachen daran schuld. Manchmal auch das Wetter.
Woran liegt es, wenn von Jahr zu Jahr weniger Tulpen blühen?
Die meisten Hobbygärtner haben es bestimmt schon selbst erlebt oder die Klage von anderen gehört: Meine Blumenzwiebeln werden von Jahr zu Jahr weniger.

Oft werden die Wühlmäuse verantwortlich gemacht – aber wenn gar keine Erdaufhäufungen und Gänge festgestellt werden, dann waren die Nager nicht die Übeltäter. Aber was kann sonst die Ursache sein?

Wenn im ersten Frühjahr nach der Pflanzung viele Tulpen oder andere Blumenzwiebeln, die man im Herbst gesetzt hatte, geblüht haben, dann kann man davon ausgehen, dass man bei der Pflanzung alles richtig gemacht hatte. Also lag der Fehler mit großer Wahrscheinlicheit nicht bei der Pflanzung.

Blumenzwiebelpflanzen ziehen sich mehr oder weniger schnell nach der Blüte unter die Erde zurück. Damit sie im nächsten Jahr wieder so kräftig austreiben können, müssen sie auch mindestens wieder so viele Reservestoffe in ihre Zwiebeln einlagern. Deshalb sollte man Folgendes beachten:
  • Die meisten Blumenzwiebeln mögen einen humosen, durchlässigen Boden. Staunässe mögen sie überhaupt nicht – auch nicht im Winter, wenn man sie gar nicht sieht. 
  • Während der Wachstumszeit der Blätter sollten Nährstoffe im Boden sein, die die Pflanzen aufnehmen können. Am besten gibt man alljährlich etwas reifen Kompost oder organischen Dünger auf den Boden im Beet. 
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  • Nach der Blüte wird der Blütenstängel sofort entfernt – so geht keine Energie für die Samenbildung verloren. 
  • Die Blätter lässt man unbedingt stehen, bis sie völlig verwelkt sind - die in der Pflanzenmasse enthaltenen Nährstoffe müssen wieder in die Zwiebeln zurück. 
  • In Jahren mit einem trockenen, warmen Frühjahr haben die Pflanzen kaum Zeit zu wachsen und durch die Fotosynthese Reserven anzulegen. Auch dies kann eine Ursache dafür sein, dass die Pflanzen schwächer werden und dann weniger blühen.

    Bei großer Trockenheit vor und während der Blüte sollte man tatsächlich gelegentlich gießen. Schattieren (Sonnenschirm, Sonnensegel o. ä.) senkt die Temperatur ebenfalls ein wenig und verlängert die Phase der Fotosynthese – aber das Schattieren ist nicht überall möglich oder sinnvoll. 
  • Wer die Blumenzwiebeln aus dem Beet oder dem Blumenkasten nehmen möchte, um sie woanders kühl zu überwintern, der sollte mit dem Ausgraben möglichst warten, bis die Blätter komplett verwelkt sind. 
  • Je anspruchsvoller die Sorte ist, desto mehr wirken sich Nährstoffmangel und andere kleine Probleme aus. Anspruchsvolle Sorten muss man gelegentlich nachpflanzen. 
  • Mir selbst passiert es außerdem gelegentlich, dass ich versehentlich in eine Blumenzwiebel hacke, wenn ich neue Stauden pflanze, Stauden teile und bei anderen Gartenarbeiten. 
In manchen Jahren muss man sich an dem erfreuen, was durchgekommen ist, im Herbst ein paar Zwiebeln nachpflanzen und es im nächsten Jahr besser machen.

Das sind meine Erfahrungen und Beobachtungen. Möchten Sie/möchtet ihr etwas ergänzen?

Dienstag, 21. März 2017

Die Osterglocken läuten schon und verbreiten Frühlingslaune

Osterglocken, auch Gelbe Narzissen oder Trompeten-Narzissen genannt, läuten den Frühling ein und sind die typische Osterpflanze. Hier einiges Wissenswerte über Osterglocken und andere Narzissen, wann und wie man sie pflanzt, ein paar Pflegetipps und mehr. 


Osterglocken läuten den Frühling ein.
Osterglocken sind Stauden, genauer: Sie sind Blumenzwiebelpflanzen der Gattung Narzissen Narcissus aus der Familie der Amaryllisgewächse. Ihre botanische Art heißt Narcissus pseudonarcissus.

Osterglocken und andere Narzissen

Osterglocken werden etwa 35 bis 40 cm hoch, ihre Blüten sind gelb mit einer schönen ausgeprägten "Trompete", die die Staubblätter im Inneren umhüllt. Die Osterglocke stammt ursprünglich aus Westeuropa und dem westlichen Mitteleuropa - ist aber als Wildpflanze kaum noch zu finden und steht deshalb unter strengem Artenschutz (bitte niemals wilde Narzissen in der Natur pflücken oder ausgraben - das ist nicht nur aus Sicht des Artenschutzes falsch, es kann auch teuer werden).

Zum Glück gibt es von der Osterglocke inzwischen Kultursorten, die als Schnittblumen oder als Blumenzwiebeln beziehungsweise bereits vorgetrieben in Töpfen zur Verwendung auf dem Balkon, der Terrasse oder für die Pflanzung ins Beet angeboten werden. Neben den Osterglocken gibt es noch viele andere beliebte Narzissenarten.

An Ostern blühende Narzissen

Die Osterglocke gehört wegen ihrer Blütezeit in der Zeit von März bis Mai (je nach Witterung) traditionell zu Ostern. Sie symbolisiert die Auferstehung, denn wie auch andere frühlingsblühende Blumenzwiebelpflanzen zieht sie sich im Sommer unter die Erde zurück, um dann im nächsten Frühjahr wieder "aufzuerstehen".

Wer Ostern die Osterglocken oder andere Narzissenarten im Garten läuten lassen will, sollte das im Herbst vorbereiten, denn die Spätwinter- und Frühjahrsblüher unter den Blumenzwiebelpflanzen werden bereits im Herbst gesetzt.

Osterglocken mögen einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten. Am liebsten ist ihnen ein lehmiger, nahrhafter Boden, der im Frühjahr nicht zu trocken werden sollte.

Die Zwiebeln werden etwa doppelt so tief, wie die Zwiebel dick ist, gepflanzt. Pflanzt man sie in Gruppen zu mehreren zusammen, erzielen sie mehr Aufmerksamkeit als bei verstreuter Einzelpflanzung. Da die Blüte abhängig von der Witterung früher oder später erscheint und weil Ostern in manchen Jahren spät liegt, wählt man am besten verschiedene Sorten von Narcissus pseudonarcissus und auch von anderen Narzissenarten, wenn man sicher gehen möchte, dass der Garten auch noch zur richtigen Zeit österlich aussieht.

Pflegetipps

Viele Narzissen vermehren sich von selbst und breiten sich auf Wiesen von alleine aus. Gedüngt werden sie während des Austriebs mit ein wenig Gartenkompost.

Nach der Blüte werden die Blütenstiele sofort abgeschnitten, doch die Blätter lässt man in Ruhe welken, damit die darin gespeicherten Nährstoffe in die Zwiebeln zurückgeführt werden. Erst nach der Welke werden die Blätter entfernt.

Blumenzwiebeln in Gefäßen oder an Plätzen, die man im Sommer noch anderweitig nutzen will, kann man nach dem Einziehen der Blätter herausnehmen, abtrocknen lassen und dann kühl und luftig lagern, bis man sie im Herbst wieder einpflanzt.

Werden Narzissen, die dauerhaft im Garten bleiben, mit der Zeit etwas blühfaul, kann man sie (ebenfalls frühestens nach dem Einziehen, sonst im Spätsommer) ausgraben, die fertig ausgebildeten Brutzwiebeln vorsichtig abnehmen und dann wieder auspflanzen. die Erde bereitet man vor dem erneuten Auspflanzen mit ein wenig Gartenkompost vor, nach dem Pflanzen wird angegossen.

Narzissensorten
  • 'February Gold' ist eine niedrige, sehr früh blühende cyclamenblütige, gelbe Narzisse mit Trompete. 
  • 'Arctic Gold' ist eine mittelfrühe Osterglocke, deren Blüte in die Zeit von März bis Mai fällt. 
  • 'Hawera' st eine niedrige, spät blühende, hellgelbe Engelstränen-Narzisse 
  • 'Thalia' ist eine spät blühende, weiße Engelstränen-Narzisse 
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Vorsicht: Osterglocken sind giftig!

Alle Pflanzenteile von Narcissus und besonders die Zwiebeln sind sehr giftig. Schon bei bloßem Kontakt sind Hautreizungen (Narzissendermatitis) möglich.

Osterglocken als Schnittblumen

Mit ihrer Giftigkeit beeinträchtigen Osterglocken und andere Narzissen die Haltbarkeit anderer Schnittblumen: Osterglocken erhalten deshalb eine Vase für sich - zumindest, bis sie den Großteil des Giftes abgegeben haben.

Vergessen, im Herbst zu pflanzen?

Wer im Herbst vergessen hat, Narzissen-Blumenzwiebeln zu pflanzen, der kann sich beim Gärtner, im Gartencenter oder Baumarkt Töpfe mit bereits ausgetriebenen Osterglocken oder anderen Narzissen kaufen und diese vorsichtig im Gartenbeet, Balkonkasten, Kübel oder in der Terrassenspindel auspflanzen.

Donnerstag, 16. März 2017

Gemüsegarten für Anfänger - 10 Tipps für angehende Selbstversorger

Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Anbau schmecken am besten: Man kann die Sorten anbauen, die man am liebsten mag, und man kann ganz nach Bedarf ernten - aus dem Garten frisch auf den Tisch. Und egal, ob man aus Interesse an Natur und Pflanzen oder aus politischer Motivation Selbstversorger werden möchte, macht der Anbau auch noch Spaß und tut der Seele gut.


Wer noch nie Gemüse und Kräuter angebaut hat, ist möglicherweise ein wenig unsicher, wie er anfangen und was er bedenken soll. Mit diesen Tipps sind Sie gut vorbereitet.
  1. Die meisten Gemüse lieben Licht
    Geben Sie dem Gemüsebeet einen sonnigen, offenen Platz im Garten. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl des Standortes auch den Sonnenlauf, damit bei tiefer stehender Sonne im Spätsommer das Beet nicht beschattet wird, denn das würde die Gartensaison verkürzen. Wer keinen sonnigen Standort im Garten hat, kann Gemüse und Kräuter für den Schatten anbauen - die Auswahl ist aber kleiner.
  2. Bodenpflege ist die Grundlage für gute Ernten  
    Der Boden bietet den Pflanzen nicht nur Halt, sondern bevorratet Wasser und Nährstoffe. In einem ökologisch und nachhaltig bewirtschafteten Boden mit viel Humus hat man eine große Artenvielfalt an kleinen und großen Bodenorganismen. Das erhält die Krümelstruktur des Bodens, die Bodenfruchtbarkeit und die Bodenlebewesen arbeiten mit den Wurzeln zusammen, so dass die Pflanzen besser versorgt sind. Zur Bodenpflege gehören Kompostausbringung (ersatzweise am Anfang gekaufter Rindenhumus, kompostierter Mist und/oder organische Dünger), Gründüngung sowie schonende Bodenbearbeitung (kein tiefes Umgraben). Mit der Kompostierung von Gartenabfällen sorgt man außerdem für einen Stoffkreislauf, so dass keine wertvollen Nährstoffe verloren gehen, sondern als Dünger und Bodenverbesserer zurückgeführt werden.
  3. Sonderplätze für Wärme liebende Gemüse
    Tomaten, Auberginen und Paprika stehen gerne warm und vor Regen geschützt. Reservieren Sie ihnen einen Platz vor einer nach Süden gerichteten Hauswand oder unter einem Regendach. Sie kommen erst nach den Eisheiligen ins Freie und können in ein Beet, in Erdesäcke oder in große Kübel gepflanzt werden. 
  4. Beet oder Hochbeet
    Gemüse und Kräuter kann man in den normalen Gartenboden oder in ein Hochbeet säen oder als vorgezogene Jungpflanzen auspflanzen. Wichtig ist, dass die oberen 20 bis 30 cm Boden krümelig und frei von Unkraut sind, bevor Sie säen oder pflanzen.
    Ein Hochbeet hat mehrere Vorteile gegenüber dem normalen Gartenbeet: Man kann im Hochbeet unter der der obersten Erdschicht Pflanzenabfälle kompostieren. Die Wärme der Kompostierung kurbelt das Pflanzenwachstum an. Gerade wer sich nicht so gut bücken kann, hat es beim Anbau im Hochbeet leichter.
  5. Anbau in Mischkultur
    Bewährte Mischkultur-Kombinationen in Reihen nebeneinander sind beispielsweise: gesäte Möhren neben Steckzwiebeln oder Porree, gepflanzter Kopfsalat oder gesäter Schnittsalat neben Steckzwiebeln.
  6. Platzansprüche und Unterstützung
    Manche Gemüse haben einen hohen Platzbedarf, beispielsweise Zucchini und Kürbis. Auf den Saatguttüten und in den Beschreibungen auf den Etiketten von Jungpflanzen findet man Angaben zum empfohlenen Pflanzenabstand in der Reihe und von Reihe zu Reihe für die spezielle Sorte. Bei Pflanzen, die einen hohen Platzbedarf haben, dauert es oft eine ganze Zeit bis die Fläche bedeckt ist, da lohnt sich die Untersaat von Schnittsalat, Kresse, Radieschen und anderen schnell wachsenden Gemüsen.
    Manche Gemüse wollen hoch hinaus. Da sie sich nicht alleine tragen können und/oder windbruchgefährdet sind, gibt man ihnen Stützen. Zu diesen Gemüsearten und Sorten gehören: hochwachsende Tomaten ("Stabtomaten"), Auberginen, Stangenbohnen, manche Paprika- und Chilisorten, wenn man sie nur ein- oder zweitriebig zieht, sowie Melonen. Als Stützen werden Stäbe, Spiralstäbe oder Rankgitter genutzt. Man kann auch ein Gerüst mit einer Querstrebe oben bauen und die Pflanzen an Schnüren nach oben leiten.
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    Bei jeder Aussaat und Pflanzung daran denken: Steckschildchen mit Sortennamen und Datum beschriften und vor die Pflanzenreihe stecken. Danach sorgfältig angießen – am besten mit weicher Brause, damit der Boden nicht verschlämmt. Hilfreich ist es, die Aussaaten und Pflanzungen in einem Gärtnertagebuch festzuhalten (was man wann wohin gepflanzt hat), denn man sollte im nächsten Jahr zumindest die Hauptkultur (die lange Sommerbepflanzung) nicht an die gleiche Stelle pflanzen (außer man pflanzt in Gefäße mit frischer Erde).
     
  7. Gemüse und Kräuter vor Schnecken schützen
    Schnecken wissen auch, was gut ist: frische, zarte Jungpflanzen. Tagsüber verstecken sie sich gerne in der Umgebung und bei trübem Wetter oder in der Nacht gehen sie dann auf Beutezug. Die beste Vorbeugung gegen diese Überfälle: keine "Blätter-Wildnis" in der unmittelbaren Umgebung des Gemüsebeets, Schnecken regelmäßig unter Brettern und Steinen absuchen, gleich nach der Keimung oder der Pflanzung umweltverträgliches Schneckenmittel streuen und andere umweltfreundliche Maßnahmen gegen Schnecken.
  8. Mulchen im Gemüsegarten
    Unter Mulchen versteht man das Bedeckthalten des Bodens. Nimmt man organisches Material zum Mulchen wie beispielsweise Stroh oder Laub, dann verschwindet der Mulch mit zunehmender Zersetzung und wird zu Humus im Boden. Einen Mulcheffekt kann man auch durch Gründüngung und Untersaaten/Unterpflanzungen von Kresse, Radieschen, Schnittsalat und Kräutern zwischen großen Gemüsen mit langer Kulturzeit erzielen. Vorteile des Mulchens: Die Bodenbedeckung unterdrückt das Keimen von Unkrautsamen - das erspart das Unkrautziehen und Unkrauthacken, Die Bodenbedeckung hält den Boden feucht und fördert so das Bodenleben - dadurch wird der Boden lockerer und krümeliger. Mulch schützt den Boden vor Verschlämmung bei starken Regenfällen.
    Mulch kann aber Nachteile haben: Der Boden trocknet im Frühjahr schlechter ab, die Bedeckung bietet schattige, feuchte Verstecke für Schnecken und die Zersetzung von organischem Mulch bindet Stickstoff (weil sich die zersetzenden Mikroorganismen vermehren). Deshalb: Mulchen ist kein Allheilmittel. Auf schwerem oder undurchlässigen Boden sollte im Frühjahr erst mit dem Mulchen begonnen werden, wenn der Boden abgetrocknet ist und die Pflanzen gut angewachsen sind. Mulchen sollte man nur, wenn keine Gefahr durch Schnecken besteht, die sich unter dem Mulch verstecken könnten. Die Stickstoffbindung kann über Hornspäne oder einem anderen organischen Stickstoffdünger ausgeglichen werden. Mehr über Mulchen im Garten
  9. Bewässerung und Düngung
    Wasser und Nährstoffe werden im Boden gespeichert und an die Pflanzen abgegeben. Der Vorrat ist abhängig von der Bodenkörnung und vor allem vom Humusgehalt - weswegen die Bodenpflege so wichtig ist. Wer in seinem Garten keinen Wasseranschluss hat, sollte Dry Farming betreiben - das erfordert jedoch eine gute Vorbereitung (trockenresistente Sorten, tiefere Saat etc.). Ansonsten lässt sich Wasser sparen, indem man nicht die Pflanze überbraust, sondern in den Wurzelbereich gießt. Als Grunddüngung reicht normalerweise der Kompost (oder ersatzweise Rindenhumus), mittel- und stark zehrende Gemüse erhalten aber noch ein bis mehrere Gaben von organischem Dünger.
  10. Nützlinge im Garten fördern
    Lassen Sie sich von den natürlichen Feinden der Schnecken, Blattläuse und anderer Schädlinge helfen. Fördern Sie Nützlinge, indem Sie keine Pestizide spritzen, Nützlinge anlocken (Blühpflanzen locken beispielsweise Schwebfliegen an, deren Larven sehr räuberisch sind) und bieten Sie Überwinterungsplätze (Laubhaufen oder Igelhöhlen für Igel, Insektenhotels für Fluggäste etc.).
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Anfängern empfehle ich, nicht nur direkt ins Beet zu säen, sondern auch Steckzwiebeln und Jungpflanzen beim (Bio-)Gärtner zu kaufen - dann ist der Erfolg sicherer.

Fürchten Sie nicht, etwas falsch zu machen. Der Garten ist ein großes Experimentierfeld. Was bei dem einen funktioniert, klappt beim anderen weniger gut und umgekehrt. Und selbst wenn man alles richtig macht, kann einem ein Unwetter einen Strich durch die Rechnung machen. Doch von einigen Misserfolgen sollte man sich nicht entmutigen lassen: Vieles klappt von Anfang an und das ist eine wunderbare Erfahrung.

Dienstag, 7. März 2017

Was haben Gewürznelken mit Nelken zu tun?

Gewürznelken - geschätzt in Küche und Heilkunde

Viele kennen Gewürznelken (manche sagen auch "Nelkengewürz") aus der Küche: Man verwendet Gewürznelken beispielsweise für Lebkuchen, beim Einmachen von Obst, für Süßspeisen, Wildgerichte und anderes. Andere kennen die kleinen, braunen Stielchen auch als Omas Tipp gegen Zahnschmerzen. Und viele haben sich schon gefragt, ob diese Gewürznelken irgendetwas mit den farbenfrohen Blumen, die wir in Blumensträußen oder aus dem Garten kennen, zu tun haben?

Die Antwort auf die Frage, was Gewürznelken mit Nelken zu tun haben, lautet kurz gesagt: Gar nichts! Die Gewürznelken aus dem Gewürzhandel gehören zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie und Ordnung als die Nelken, die wir vom Floristen, aus dem Garten, vom Balkon oder aus der Natur bei uns kennen.
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  Bio-Gewürznelken - Werbelink
Gewürznelken sind nämlich die getrockneten, stark duftenden Blütenknospen des immergrünen Gewürznelkenbaumes Syzygium aromaticum, der bis zu 10 m hoch wird. Dieser Baum gehört zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) in der Ordnung der Myrtenartigen und stammt von den Gewürzinseln, einer indonesischen Inselgruppe. Aus den Gewürznelken-Knospen wird auch das so genannte Gewürznelkenöl*, auch Nelkenknospenöl genannt, gewonnen, das bei Erkältungskrankheiten, Zahnschmerzen, Verdauungsstörungen und anderem helfen soll. Der Duft der Gewürznelke ist auch eine Komponente vieler Parfums, beispielsweise von Opium von Yves Saint Laurent, Oscar von Oscar de la Renta und Cinnabar von Estēe Lauder.

Garten-Nelken Dianthus gibt es in vielen Sorten und Farben.
Nelken Dianthus dagegen sind eine Pflanzengattung in der Pflanzenfamilie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und gehören zur Ordnung der Nelkenartigen. Nelken sind überwiegend krautig, manche einjährig oder zweijährig, aber die meisten treiben jedes Jahr wieder aus dem Wurzelstock. Es sind jedenfalls keine Bäume! Nelken der Gattung Dianthus sind überwiegend Pflanzen der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel, vor allem in Eurasien sind sie verbreitet.

Die Schnittblumenfreunde kennen vor allem die Schnittnelken der Art Dianthus caryophyllus mit ihren großen, prächtigen Blüten - derzeit werden sie als ein wenig nostalgisch angesehen. Aber auch das Schleierkraut Gysophila elegans gehört zur Famile der Nelkengewächse. In Gartenbeete werden gerne Landnelken (ebenfalls Dianthus caryophyllus), Bartnelken Dianthus barbatus oder andere Garten-Nelken Dianthus gesät oder gepflanzt. In Balkonkästen und Blumenampeln setzen niedrigere Sorten oder Hängenelken (Dianthus-Hybriden) fröhliche Akzente. Aber auch andere Arten aus der Familie der Nelkengewächse werden in Gärten, Steingärten und Parks geschätzt, beispielsweise die Pechnelken Lychnis, Leimkräuter Silene und Seifenkräuter Saponaria. Naturfreunde kennen natürlich die Kornrade Agrostemma und die Heide-Nelke Dianthus deltoides. Kräutersammler nutzen die Vogelmiere Stellaria media als Heil- und Nahrungspflanze - andere verpönen dieses zarte Nelkengewächs als Unkraut.

Karthäusernelke
Naturheilkundler schätzen die Kartäuser-Nelke Dianthus carthusianorum wegen der nachgesagten Wirkung gegen Muskelschmerzen und Rheuma.















Eine Pflanze, die sich gerne von alleine im Garten vermehrt, ist die Kronen-Lichtnelke Silene coronaria früher Lychnis coronaria - manche schätzen sie als schöne und preiswerte Gartenpflanze, deren Samen man vom Nachbarn geschenkt bekommt, andere sehen sie als Unkraut, weil sie schwierig zu kontrollieren sind und nach dem Verblühen auch nicht besonders attraktiv aussehen.

Kronen-Lichtnelke
Doch genug von der Vielfalt der Nelkengewächse.

Auch der Duft von Garten-Nelken wird für Parfums genutzt, beispielsweise ist er enthalten in: Vanderbilt von Gloria Vanderbilt, Égoïste Herrenduft von Chanel, Prada von Prada.

Das Fazit zur Ausgangsfrage ist: Gewürznelken und (Garten-)Nelken haben nichts miteinander zu tun. Die Verwirrung um die Nelken stammt vermutlich daher, dass manche Händler die Gewürznelken einfach kurz Nelken nannten.




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