Samstag, 20. Januar 2018

Gemüse des Jahres 2018 - die Steckrübe

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat die Steckrübe zum Gemüse des Jahres 2018 gekürt und will damit die Aufmerksamkeit auf dieses vielseitige Gemüse lenken. Steckrüben waren vor 100 Jahren für viele Menschen der Retter in den Zeiten der Not und Lebensmittelknappheit, gerieten später aber in Vergessenheit. Gerade wird die Steckrübe wiederentdeckt - nicht nur als Bestandteil von Oma's Hausmannskost, sondern auch für die Gourmetküche.

Die Steckrübe Brassica napus ssp. rapifera , auch Kohlrübe genannt, hat im nördlichen Europa eine lange Tradition und kann problemlos bei uns regional angebaut werden. 2016 wurde sie in ALPS, dem Magazin für alpine Lebensart, zusammen mit der Krautrübe (Herbstrübe, Brassica rapa ssp. rapa subvar. esculenta), Erdbeerspinat und anderen als "Gemüse für Gourmets" vorgestellt. 2017 hat auch schon der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) auf den Wert der vielseitigen Steckrübe aufmerksam gemacht und sie zum Gemüse des Jahres 2017/2018 erklärt.

Die Steckrübe
Die Steckrübe gehört zur Familie der Kreuzblütler. Sie ist durch die traditionelle Kreuzungszüchtung von Rübsen (Brassica rapa) und Gemüsekohl (Brassica oleracea) entstanden. Andere Namen für die Steckrübe sind Kohlrübe, Oldenburger Ananas, Bodenkohlrabi, Schwedische Rübe und Schmalzrübe.

Steckrüben-Anbau
Steckrüben kann man entweder ab Mitte Mai vorziehen und später auspflanzen oder ab Anfang Juni direkt ins Beet säen. Die Direktsaat ist gebräuchlicher. Die Jungpflanzenanzucht und das spätere Auspflanzen ist jedoch hilfreich, wenn das vorgesehene Beet noch von der Vorkultur (Frühkartoffeln, Dicke Bohnen o. Ä.) besetzt ist.

Steckrüben mögen einen fruchtbaren Boden, der genügend Feuchtigkeit und Nährstoffe speichern kann, aber gleichzeitig ausreichend wasserdurchlässig, also auch lufthaltig, ist - optimal ist ein humushaltiger Lehmboden. Zur Vorbeugung gegen Krankheiten und Schädlinge, die über den Boden übertragen werden oder sich dort ausbreiten, sollte man nach Möglichkeit nur alle paar Jahre auf dem gleichen Fleck Kreuzblütler anbauen.

Steckrüben benötigen viel Platz, deshalb bekommen die Reihen im Beet einen Abstand von 50 cm voneinander.

Bei der Direktsaat ins Beet werden die Steckrübensamen im Abstand von 5 bis 8 cm in die Reihen gesät - die Samen sollten dabei maximal mit 1 cm Erde bedeckt werden. Nach dem Auflaufen werden die Pflanzen auf einen Abstand vo 40 cm in der Reihe vereinzelt. Bei der Direktpflanzung wird gleich im Abstand von 40 cm gepflanzt.

Bei den genannten Aussaat- und Pflanzterminen sind die Steckrüben im Oktober erntereif. Die Rüben können eingelagert werden und bleiben bei Temperaturen knapp über 0°C und hoher Luftfeuchte bis April verwertbar.

Steckrüben-Sorten
Bekannte Sorten für die Küche sind beispielsweise 'Hoffmanns Gelbe', 'Wilhelmsburger', 'Helenor' und 'Magress'.

Steckrüben-Verwendung und -Rezepte
Vor der Verarbeitung werden Steckrüben geschält. Dann kann man sie geraspelt als Rohkostsalat mit Salatsoße oder in Stäbchen geschnitten als Rohkost mit Dip kalt servieren. Steckrüben können auch gedünstet und dann mit anderen Zutaten zur Gemüsebeilage oder Pürree verarbeitet oder mit Fleisch zusammen im Ofen geschmort werden. Geraspelt kann man aus ihnen auch Rübenpuffer braten, gewürfelt Suppen oder Eintöpfe kochen oder man zaubert aus ihnen leckere Aufläufe und Gratins. Oft werden Steckrüben mit Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln und oder Wurst/Fleisch kombiniert. Die Inhaltsstoffe der Steckrübe sollen bei der Verdauung von fettem (Sonntags-)Fleisch helfen.

Aber Steckrüben können nicht nur pikant, sondern auch süß: als Basis von Marmelade und anderen süßen Fruchtaufstrichen.

Steckrüben mögen nicht jedes Klima
Mich haben die Recherchen zum Gemüse des Jahres neugierig auf Steckrüben gemacht. Gerne würde ich den Anbau selbst ausprobieren. Leider herrscht auf meiner Südseitenterrasse auf einem begrünten Tiefgaragendach ein trocken-heißes Klima - für Steckrüben ist das nicht geeignet, sie mögen es lieber kühl und regnerisch. Aber vielleicht haben die BlogleserInnen Lust, den Anbau in einem Garten- oder Hochbeet auszuprobieren und davon zu berichten.

Hat euch/Sie das Thema interessiert? Fehlen euch/Ihnen Informationen zur Steckrübe? Habt ihr/haben Sie eigene Erfahrungen mit Steckrüben? Teilt/Teilen Sie Lob, Kritik und Ergänzungen per Kommentarfunktion! Wer mehr vom Blog lesen möchte, kann die Beiträge per Feed und per E-Mail abonnieren.

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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Buchvorstellung "Das große Ulmer Biogarten-Buch"


Das große Ulmer Biogarten-Buch - Werbelink zu Amazon.de
Noch zehn Tage bis Weihnachten und ich Glückliche habe mein erstes Weihnachtsgeschenk schon bekommen: "Das große Ulmer Biogarten-Buch" von Brunhilde Bross-Burkhardt, gerade frisch im Ulmer Verlag** erschienen. Schon nach dem ersten Durchblättern kann ich sagen: Das Buch ist ansprechend und hat sowohl frisch gebackenen als auch erfahreneren Biogärtnern jede Menge zu bieten. Ein gelungenes Weihnachtsgeschenk!

Seit meinem Gartenbaustudium Anfang der 1980er Jahre beschäftige ich mich mit dem Thema Biogarten und dem ökologischen Anbau. Ich habe jede Menge eigene Erfahrung - wenn auch in den letzten Jahren vor allem in meinem Topfgarten auf der Terrasse - und natürlich alle wichtigen Bücher zum Thema gelesen. Natürlich liefert auch dieses Buch das Basiswissen für Einsteiger und Nachschlagemöglichkeiten für Fortgeschrittene. Was mir aber an diesem Biogartenbuch besonders gefallen hat, ist, dass darüber hinaus Aspekte unserer heutigen Zeit angesprochen werden, die nicht nur der Fachjournalistin und Autorin Dr. Bross-Burkhardt, sondern vielen Hobbygärtnern besonders wichtig sind:
  • Biogärtnern als Lebenshaltung, 
  • um Verbundenheit mit der Natur zu erleben und als 
  • Quelle für Lebensfreude,
  • Biogärtnern als Beitrag zum Naturschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt,
  • Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit (Sortenpflege),
  • Experimentierfreude.
Auch was die Nähe zum naturwissenschaftlich Begründbarem betrifft, fühle ich persönlich mich mit der Autorin ganz auf einer Linie.

Was das Buch sonst noch auszeichnet:
  • Nicht nur sind die Inhalte interessant, es ist auch schön bebildert, anschaulich illustriert und gut zu lesen.
  • Es ordnet den heutigen Bioanbau in eine Entwicklung ein und erläutert die Schnittstellen zu Permakultur sowie zu speziellen Bioanbauverfahren wie die der Biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise.
  • Es gibt Beispiele für die Umsetzung in der Praxis - vom Urban Gardening bis zum großen Selbstversorgergarten.
  • Das Kapitel Biologischer Pflanzenschutz im Biogarten ist natürlich auch da 
  •  und so vieles mehr. 
 Am besten schauen Sie gleich selbst ins Buch - entweder beim Ulmer Verlag**, bei Amazon* oder im Buchgeschäft Ihrer Wahl. Für Online-Gucker: Einfach auf "Blick ins Buch" klicken. Der Ulmer Verlag hat im Vergleich zu Amazon die schönere Buchvorschau - und das sage ich nicht, weil dort auch die meisten meiner eigenen Gartenbücher* erschienen sind, sondern weil es wahr ist!

Das große Ulmer Biogarten-Buch*
Brunhilde Bross-Burkhardt
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2017
288 Seiten, 258 Farbfotos, 62 farbige Zeichnungen
ISBN: 3-8001-0868-2

Mein Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Gartenbuch für Hobbygärtner! Ich freue mich über die Bereicherung meiner Biogarten-Bibliothek.

** Danke an den Ulmer Verlag für das tolle Weihnachtsgeschenk
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Freitag, 8. Dezember 2017

Stauden und Gehölze kaufen

Erfahrene HobbygärtnerInnen und Pflanzenfreunde wissen: Wer lange Freude an Stauden und Gehölze haben möchte, kauft Arten und Sorten, deren Ansprüche hinsichtlich Klima, Licht, Boden etc. zum geplanten Standort passen. Ob sich die Pflanzen von Anfang an gut entwickeln, hängt auch davon ab, wann und wo man sie kauft und ob die Pflanzen in einem guten Zustand sind. Hier einige Tipps.

Stauden und Gehölze, die sich am Standort wohl fühlen, werden von Jahr zu Jahr schöner.

Wann kauft man Stauden und Gehölze?

Am besten kauft man Stauden und Gehölze kurz vor dem Auspflanztermin, damit sie nicht lange irgendwo stehen müssen und möglicherweise nicht ordentlich gepflegt werden. Mehr zur richtigen Pflanzzeit, siehe unten bei "Tipps zum Kauf von Stauden und Gehölzen":

Die neuen Stauden, Gehölze oder andere Jungpflanzen sollen kräftig und gesund sein und auch kräftige Wurzeln haben. Beim Transport schützt man sie vor Hitze, Frost, Verletzungen und vor dem Austrocknen.

Tipps zum Kauf von Stauden und Gehölzen

Stauden und Gehölze werden im Herbst oder im Frühjahr gepflanzt, empfindliche Arten und Sorten am besten im Frühjahr. So ist gewährleistet, dass sie im Sommer eingewachsen sind, sich entfalten und die Hitze besser vertragen können. Beim Kauf achtet man darauf, dass die oberirdischen Pflanzenteile nicht von Krankheiten oder Schädlingen befallen und die Wurzeln kräftig und gesund sind.

Wer im Sommer Stauden oder Gehölze (nach)pflanzen möchte, sollte keine wurzelnackten (Pflanzen ohne Topf und festen Wurzelballen) kaufen, sondern Pflanzen in großen Töpfen mit kräftigen Wurzeln und vielen Feinwurzeln wählen. Bei der Pflanzung löst man den Wurzelballen vorsichtig aus dem Topf, damit der möglichst nicht zerfällt. Nach dem Pflanzen das Angießen nicht vergessen! Ist der neue Platz wesentlich sonniger und wärmer als das Quartier in der Baumschule oder Staudengärtnerei, dann sollte man eine Beschattung während der heißen Stunden erwägen (Sonnenschirm, Sonnensegel o. Ä.), bis man sicher ist, dass sich die neue Pflanze gut eingewöhnt hat. Mehr zu Stauden. Mehr zu Hecken und begrünte Rankgitter.

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Wo kann man Stauden und Gehölze kaufen (Beispiele)?
Staudengärtnereien sind auf Stauden (Pflanzen, die jedes Jahr wieder austreiben), Baumschulen sind auf Gehölze aller Art spezialisiert. Es gibt sie in fast jeder Region vor Ort, viele haben auch einen Online-Shop. Weitere Bezugsquellen für Stauden und Gehölze sind beispielsweise Tauschbörsen, Pflanzenmärkte, Gartenfachgeschäfte, Gartencenter und Baumärkte - ebenfalls sowohl vor Ort als auch im Internet. Darüber hinaus bieten auch viele Pflanzenkatalog- und Online-Versandhändler Stauden und Gehölze an.

Wann werden Blumenzwiebeln gekauft?

Auch Blumenzwiebeln werden kurz vor der Pflanzzeit gekauft: Winterharte Blumenzwiebeln werden im Herbst (die meisten ab September), nicht-winterharte Sommerblüher im Frühjahr und Herbstblüher im Sommer gekauft. Nur zu diesen Zeiten werden sie überhaupt angeboten.

Tipps zum Kauf von Blumenzwiebeln

Zwar gehören Pflanzen aus Blumenzwiebeln oder Knollen botanisch zu den Stauden, aber da sie mehrheitlich in ihrer Ruhephase als Blumenzwiebeln oder Knollen meist ohne jedes Grün verkauft und gepflanzt werden, gibt es einige Besonderheiten:

Winterharte Spätwinter- und Frühjahrsblüher aus Blumenzwiebeln wie Krokusse, Schneeglöckchen, Narzissen, Tulpen, Allium-Arten und viele andere werden im Herbst gesetzt. Man kann diese Blumenzwiebeln ab September im Gartenfachhandel, Gartencenter, Baumarkt etc. vor Ort oder im Internet kaufen. Nicht winterharte Sommerblüher aus Blumenzwiebeln wie Gladiolen, Montbretien, Dahlien etc. werden im Frühjahr für die Frühjahrspflanzung angeboten. Blumenzwiebeln für herbstblühende Pflanzen wie die Herbstzeitlose werden im Sommer gepflanzt. Mehr zu Blumenzwiebeln.

Wo kann man Blumenzwiebeln kaufen (Beispiele)?
Blumenzwiebeln bekommt man in Gartenfachgeschäften, Gartencentern und Baumärkten, eine geringere Auswahl findet man auch im Lebensmitteleinzelhandel zur jeweiligen Saison. Außerdem bieten auch viele Pflanzenkatalog- und Online-Versandhändler Blumenzwiebeln an.
Vorgetriebene Blühpflanzen aus Blumenzwiebeln zur Bepflanzung von Schalen, Körben, Spindeln oder anderen Behältern gibt es zur jeweiligen Saison in Gärtnereien mit Blumenverkauf, Gartencentern, Baumschulen etc.

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